POLITIK
28/09/2018 16:25 CEST | Aktualisiert 28/09/2018 17:06 CEST

"Glücksministerium eröffnen": Was Wähler machen würden, wenn sie Kanzler wären

Wir haben uns auf der Straße umgehört.

  • Ein Jahr nach der Bundestagswahl im vergangenen September hat die HuffPost die Wähler gefragt, was die Wähler machen würden, wenn sie Bundeskanzler wären.
  • Es zeigt sich: Die Bürger setzen auf die gleichen Themen – egal mit welcher Partei sie sympathisieren.
  • Oben im Video seht ihr unsere Umfrage.

Zu viel Bürokratie, zu wenig Konstruktives und zu viele interne Streitigkeiten. Momentan scheint jeder in Deutschland auf die Politik zu schimpfen.

Wir haben den Spieß einmal umgedreht und uns auf der Straße umgehört, was die Wählerinnen und Wähler ändern würden, wenn sie Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler wären.

Was sind die Themen, die uns in Deutschland momentan wirklich bewegen sollten? Flüchtlinge? Rente? Klimaschutz? Oder doch was ganz anderes?

Während unserer Straßenumfrage haben wir mit vielen Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten gesprochen. 

Vor allem das Soziale ist den Wählern wichtig

In unseren vorhergehenden Umfragen hat man die politische Ausrichtung in den Antworten der Befragten wahrnehmen können. Ganz anders bei dieser Umfrage. Die Wählerinnen und Wähler möchten vor allem eins verbessern: das Soziale.

Eine junge AfD-Wählerin sagte zum Beispiel:

“Ich würde auf jeden Fall auf eine komplett neue Rentenpolitik setzen.”

Auch eine ältere Dame, die den Grünen nahesteht, würde sich als Bundeskanzlerin vor allem um das Soziale kümmern:

“Junge Familien zu fördern, aber auch ‘die Alten’. Dass die auch ihre Möglichkeit haben, nicht arm alt zu werden.”

Ein junger CDU-Wähler hatte sich in den vergangenen Umfragen bereits kritisch gegenüber Kanzlerin Angela Merkel geäußert. Auf die Frage, was er als deutscher Bundeskanzler machen würde, sagte er kurz und knapp:

“Alles anders!”

Ein Glücksministerium für Deutschland

Etwas konstruktiver reagierte ein älterer Herr. Er möchte sich wieder mehr um das kümmern, was wirklich zählt:

“Ich würde als Erstes ein Glücksministerium einführen. Mal wieder zu schauen, was brauchen eigentlich die Bürger, was braucht das Volk? Was brauchen wir, dass es uns gut geht?”

Auch um die Pflege und den Klimaschutz würden sich die Befragten als Bundeskanzler intensiver kümmern. Doch auch die Flüchtlingsfrage wurde bei den Befragten diskutiert. Eine junge CDU-Wählerin meinte dazu:

“Ich glaube, damit, in welche Richtung das so ein bisschen abdriftet, sollte man sich auf jeden Fall mit auseinander setzen.”

Zusammenfassend lässt sich ein Jahr nach der Bundestagswahl 2017 eins sagen: Die befragten Wählerinnen und Wähler sind enttäuscht. Das gleiche Bild hat auch eine repräsentative Umfrage für die HuffPost ergeben: Etwas mehr als 80 Prozent der Befragten sagen, dass sich ihr Vertrauen in Politiker seit der Bundestagswahl verschlechtert hat. Fast 85 Prozent glauben zudem nicht, dass sich die Politiker im vergangenen Jahr um die Probleme gekümmert haben, die den Bürgern wichtig sind. 

Ähnliche Vorstellungen, was sich in Deutschland ändern muss

Enttäuscht darüber, dass die Politik in dem einen Jahr noch nicht viel erreicht hat und man sich als Wähler nicht ernstgenommen fühlt. Bei einigen wird dieser Ärger zum Protest – und die AfD profitiert davon.

Doch die meisten Deutschen haben ähnliche Vorstellungen davon, was in der Bundesrepublik wirklich wichtig ist. Egal mit welcher Partei sie sympathisieren, sie wollen ein geordnetes Deutschland, in dem es “uns gut geht”.

Das umzusetzen und die Gunst der Wähler wieder zurückzugewinnen – das ist jetzt die Aufgabe der Politik – egal wer an der Spitze der Regierung steht.

Ein Jahr nach der Bundestagswahl befragt die HuffPost Menschen auf der Straße nach ihrer Meinung. Das war der dritte Teil unserer Umfrage. Am Montag haben wir gefragt, ob die Passanten die gleiche Wahl wie bei der Bundestagswahl 2017 treffen würden. Am Mittwoch haben wir beantwortet, was die AfD bislang erreicht hat und warum sie so erfolgreich ist.

(mf)