POLITIK
13/07/2018 17:31 CEST | Aktualisiert 14/07/2018 16:40 CEST

Ex-Leibwächter von Bin Laden soll nach Deutschland zurückgeholt werden

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dpa
 Ein Flugzeug steht auf dem Flughafen Düsseldorf auf dem Vorfeld. Der Ex-Leibwächter des getöteten Al-Kaida-Chefs bin Laden ist Sicherheitskreisen zufolge aus Deutschland abgeschoben worden.

► Die Abschiebung des Ex-Leibwächters von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden nach Tunesien soll nach einer Gerichtsentscheidung rückgängig gemacht werden.

► Die Abschiebung von Sami A. stelle sich als “grob rechtswidrig dar und verletzt grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien”, teilte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Freitag mit.

► Sami A. war am Freitagmorgen von Düsseldorf aus in sein Heimatland geflogen worden. 

Der Wirrwarr um Sami A. 

Am Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen noch entschieden, dass er vorerst nicht abgeschoben werden dürfe. Sein Verbot hatte das Gericht mit fehlender Sicherheit für Sami A. vor Folter in Tunesien begründet.

Aber: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erfuhr von diesem Urteil erst, als Sami A. bereits im Flieger saß. 

Das müsst ihr über den Ex-Leibwächter wissen: 

Sami A. lebte seit Jahren mit Frau und Kindern in Bochum. Er war 1997 zum Studium nach Deutschland gekommen. Im Jahr 2000 soll er eine militärische Ausbildung in einem Lager der Al-Kaida in Afghanistan erhalten und zeitweise zur Leibgarde von Osama bin Laden gehört haben. Bin Laden ist der Gründer des Terrornetzwerks Al-Kaida. Er wurde 2011 in Pakistan von einem US-Kommando getötet.

Anschließend soll sich Sami A. in Deutschland als salafistischer Prediger betätigt haben. Der Tunesier hat diese Vorwürfe stets bestritten. Die Bundesanwaltschaft hatte laut Gericht gegen ihn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, aber mangels hinreichenden Tatverdachts wieder eingestellt.

(sk)