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20/01/2018 13:36 CET | Aktualisiert 20/01/2018 14:54 CET

Starkoch Paul Bocuse gestorben - Frankreich würdigt ihn als "Papst" der Gastronomen

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Robert Pratta / Reuters
Paul Bocuse

Der legendäre Koch Paul Bocuse ist an diesem Samstag gestorben.

Das ist passiert:

► Frankreichs Innenminister Gérard Collomb gab via Twitter den Tod des 91-Jährigen bekannt.

► Er schrieb: “Paul Bocuse ist tot, die Gastronomie trauert. Bocuse - das war der Inbegriff Frankreichs. Natürlichkeit und Großzügigkeit. Exzellenz und Lebenskunst. Der Papst der Gastronomen hat uns verlassen.” 

Darum ist es wichtig: 

Bocuse gilt als einer der besten Köche dieser Zeit. Der Gault-Milleau kürte ihn bereits vor fast 20 Jahren zum “Koch des Jahrhunderts”. Sein Stammrestaurant bei Lyon trägt seit 1965 drei Sterne - mehr geht nicht.

Bocuse hat die Spitzenküche in Europa geprägt wie nur wenige andere: Er gehört zu den Vertretern der Nouvelle Cuisine. Er und andere junge Köche wollten damals die Küche moderner machen, mit einfachen Zubereitungstechniken und frischen, regionalen Zutaten.

Zu seinen berühmten Schülern zählen unter anderem die deutschen Spitzenköche Eckart Witzigmann und Heinz Winkler.

Was ihr noch wissen müsst:  

“Bocuse hat den Mut gehabt, aus seiner Küche zu kommen”, sagte Jean-François Mesplède, früherer Chef des Michelin-Restaurantführers, dem Magazin “L’Express”. Bocuse stand auch für Show, brachte Kochbücher und Luxusprodukte mit seinem Namen auf den Markt.

Bocuse war auch für seinen manchmal derben Sprüche bekannt und galt zugleich als großer Charmeur. Zu seinem 80. Geburtstag machte er öffentlich, dass er seit Jahrzehnten mit drei Frauen zusammenlebte. Wenn er die Zeit zusammenzähle, in denen er den dreien treu gewesen sei, komme er auf 135 Jahre gemeinsamen Lebens, erzählte er damals schelmisch. 

Mit Material von dpa