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12/06/2018 16:32 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 16:32 CEST

Eigenlob stinkt nicht – warum die eigene Wertschätzung wichtig ist

Koldunova_Anna via Getty Images

Die meisten Menschen streben in irgendeiner Form nach Anerkennung, Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung. Ein wohlwollendes Lob nach erbrachter Leistung erfreut die meisten. Wenn wir aber beispielsweise im Job auf Dauer kein Lob oder Wertschätzung erfahren, kann das dazu führen, dass unser Engagement zurückgeht und wir latent unzufrieden werden.

Anerkennung und Wertschätzung sind wichtige Aspekte, die gute Führung ausmachen und Unternehmenskultur maßgeblich mitgestalten. Daher sind durchaus viele Führungskräfte bemüht, ihrem Team und ihren Mitarbeitern auch die entsprechende Wertschätzung entgegenzubringen.

Wertschätzung ist wertschöpfend

Für Führungskräfte im mittleren Management gestaltet sich die Situation allerdings oft schwierig: Sie versuchen, ihren Mitarbeitern Lob auszusprechen, erfahren aber je nachdem von ihren Vorgesetzten selbst wenig Wertschätzung. Sie befinden sich in der klassischen Sandwich-Position: Es fühlt sich an, als würde der Tank auf der einen Seite auslaufen, auf der anderen Seite fließt aber leider kein neuer Kraftstoff hinein. Woher soll dann also die Energie kommen?

Die Lösung für dieses Dilemma liegt in der Wertschätzung sich selbst gegenüber – der Selbstwertschätzung. Man erbringt sich selbst die Anerkennung und Wertschätzung, die man sich eigentlich von anderen, wie beispielsweise den Vorgesetzen, wünscht. Leider ist bei vielen Menschen der innere Kritiker stärker oder zumindest lauter ausgeprägt als der innere Schulterklopfer. Die eigene Aufmerksamkeit wird von Negativem meist magnetisch angezogen, während Positives vielfach unentdeckt bleibt.

Die Kunst der eigenen Zuwendung

Die eigenen Leistungen zu wertschätzen ist nicht so einfach, wie es scheint. Dazu muss man mit sich selbst so umgehen, wie mit einem guten Freund, dem man Verständnis entgegenbringt, dem gegenüber man tolerant, nachsichtig, wohlwollend ist. In der Praxis kann das so aussehen, dass man sich selbst am Ende einer Woche überlegt, was man gut gemacht, welche Projekte und Ziele man erreicht hat. Und auch wenn etwas vielleicht nicht so umgesetzt werden konnte wie geplant, wenn man sein Bestes gegeben und volles Engagement gezeigt hat, so kann man sich selbst auch dafür auf die Schulter klopfen. Auch dafür hat man Anerkennung verdient und kann dennoch stolz sein.

Eigenlob stinkt – nicht

Für viele Menschen ist aber ein derart selbstwertschätzender und belohnender Umgang mit sich selbst ungewohnt. »Eigenlob stinkt« heißt es oft im Volksmund, doch das stimmt nicht ganz. Denn wem es gelingt, sich selbst diese Wertschätzung zu geben, findet nicht nur zu mehr Balance, sondern ist dadurch auch zunehmend unabhängig von der Anerkennung anderer.