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04/06/2018 16:30 CEST | Aktualisiert 04/06/2018 16:30 CEST

Eifersucht und Neid! Was sagen sie uns wirklich? Plus 6 Tipps, wie du sie bewusst erkennen und steuern kannst.

SIphotography via Getty Images

“In jedem Steinblock existiert eine Statue. Es ist die Aufgabe des Bildhauers sie zu entdecken” - Michelangelo -

Wie fühlst du dich wenn Neid und Eifersucht dich überkommen? Hast du das Gefühl die Kontrolle in dem Moment zu verlieren? Schämst du dich dafür? Versteckst du sie oder redest du offen darüber?

Es gibt kaum jemanden, der sie in gewissen Situationen und Lebensphasen nicht erlebt hat. Mancher Neid kann einem als Katalysator dienen und den nötigen push geben. Zum Beispiel, wenn du dich für andere Menschen freust, weil sie etwas erreicht haben von dem du auch träumst. Diese Art von Neid kann motivierend wirken, damit du dein Bestes gibst.

Viele denken, Neid und Eifersucht seien ein und dasselbe. Beide repräsentieren aber im Kern jeweils verschiedene Ausgangspunkte. Neid kommt auf wenn wir den Wunsch nach etwas oder jemanden haben, aber nicht glauben dass wir es erreichen können. Zum Beispiel den Traumpartner, den Erfolg im Beruf oder materiellen Besitz. Eifersucht kommt auf wenn wir erwarten etwas oder jemanden zu verlieren, dass/der von großer Bedeutung für uns ist. Zum Beispiel, wenn unser Partner mit jemand anderen flirtet. Anders ausgedrückt, das eine kommt auf wenn wir etwas wollen das wir nicht haben, und das andere wenn wir behalten wollen was wir haben.

Eifersucht stammt von der Angst ersetzbar zu sein. Neid aus der Furcht nicht gut genug zu sein

Warum fühlen sie sich so fies an? Abgesehen davon, dass sie im Kern ein Indiz für ein niedrigeres Selbstbewusstsein sind, zeigen sie vor allem eine emotionale Reflexion des Mangels. Der Mangel an etwas, dass wir unbedingt wollen und brauchen. Manchmal kannst du Eifersucht und Neid in einem verspüren. Vor allem, wenn dein Verlust gleichzeitig der Gewinn eines anderen ist. Zum Beispiel, ein Mitbewerber bekommt die Stelle die du haben wolltest, oder dein Schwarm entscheidet sich gegen dich, usw.

Im Grunde schämen wir uns neidisch und eifersüchtig zu sein. Deswegen fühlen wir sie eher insgeheim. Durch diese Unterdrückung werden unsere Emotionen zu einem Schattenaspekt, aka unserer dunklen Seite, die wir tief in unser Unterbewusstsein begraben. Aber, umso mehr wir diese Emotionen verstehen und die Wurzel des eigentlichen Problems ausfindig machen, desto mehr Licht bringen wir ins Dunkel. Im Klartext bringen wir durch das richtige Verarbeiten diese Emotionen aus unserem Unterbewusstsein in unser Bewusstsein. Hier sind sie keine Schatten mehr und wir können sie nun direkt konfrontieren.

Diese 6 Tipps helfen dir Neid und Eifersucht bewusst zu erkennen und zu steuern:

1. Die Indikatoren des Mangels Du brauchst Neid und Eifersucht nicht zu fürchten, denn sie zeigen dir im Grunde nur deine tiefsten Wünsche und Sehnsüchte. Wenn diese unerfüllt sind, nennen wir sie die Indikatoren des Mangels. Sie reflektieren, was dir fehlt und was du gerne in deinem Leben möchtest.

Jede negative Emotion trägt in sich den Schlüssel zu der exakten polaren Gegenseite von dem, was du eigentlich empfinden willst. Zum Beispiel kommt die Angst vorm verlassen werden von einer tiefen Sehnsucht nach Geborgenheit, Zugehörigkeit und Sicherheit. Stelle dir folgende Fragen: Wo bin ich eifersüchtig oder neidisch? Hab ich das Gefühl etwas oder jemanden nicht haben zu können, oder hab ich Angst etwas oder jemanden zu verlieren? Was genau fehlt mir? Was fühle ich bei diesem Mangel und was ist die polare Gegenseite dessen?

2. Das Wohlstands-Spiel Lass uns ein gemeinsames Spiel spielen. Los geht’s: Teil 1: Frage dich: “Wo in meinem Leben hab ich bereits dieses etwas von dem ich denke, dass es mir fehlt?” Zum Beispiel, wenn es dir an Aufmerksamkeit oder Wertschätzung fehlt, wo in deinem Leben bekommst du diese bereits? Und schau wirklich genau hin. Erstelle eine Inventar-Liste die alles beinhaltet was du in deinem Leben schon irgendwo besitzt, du aber denkst, dass es dir fehlt. Werde richtig kreativ und halte nichts zurück. Teil 2: Gebe vor jemand zu sein, der viel weniger besitzt als du (materiell als auch persönlich) und stelle dir vor, du kommst als diese Person jetzt in dein Leben. Was könnte dieser Mensch in deinem Leben beobachten, dass du bereits besitzt, derzeit aber als selbstverständlich betrachtest?

3. Die Ignoranz der Emotionen Neid & Eifersucht stammen oft von einer verzerrten Perspektive. Diese Perspektive ist aber sehr real für dich. Verlange niemals von dir anders zu fühlen als du es tust. Wenn du sie ignorierst und unterdrückst verwandelst du deine Empfindungen in offene Wunden. Es funktioniert einfach nicht. Du bekämpfst dich selbst damit und must zusätzlich auch noch mit dem eigentlichen Problem umgehen.

Leider haben wir in der heutigen Gesellschaft Emotionen den Krieg erklärt. Eine Zeit lang mag das funktionieren, aber langfristig gibt es in diesem Kampf immer nur einen Verlierer - und der bist du. Setze deinen Fokus auf deine Glaubensansätze. Was für schmerzhafte Vorstellungen hast du über die Situation, in der du dich eifersüchtig oder neidisch fühlst, die angesprochen werden muss? Deine Emotionen sind immer eine perfekte Reflektion deiner Gedanken, ob du dir dieser bewusst bist oder nicht.

4.Der Vergleichs-Virus Der hauptsächliche Grund fuer Eifersucht und Neid kommt von dem Vergleich mit unseren Mitmenschen. Hier möchte ich klarstellen, dass sich miteinander vergleichen in gewissen Situationen sehr nützlich sein kann. Beim gesunden Wettbewerb ist es sogar sehr Vorteilhaft. Es hilft dir dabei dich selbst zu übertreffen um deine beste Version zu werden. Aber, gepaart mit Eifersucht und Neid ähnelt der Vergleich mit anderen schon einem Selbstmissbrauch. Außerdem ist er nicht fair! Du vergleichst dein derzeit Schlechtestes was du von dir kennst mit dem von dir vermuteten Besten von jemand anderem. Wenn wir alle identisch sein sollten, dann würde der Schöpfer Klone von der bestmöglichen Person erschaffen. Wir sind aber hier um unsere Einzigartigkeit auszuleben, Ja, es gibt niemanden auf der ganzen Welt, der genauso ist wie du! Na, wie geil ist das denn?!

Wenn all das nichts hilft, dreh den Spieß herum zu dir selbst. Vergleiche dein momentanes Ich mit deiner Version in der Vergangenheit. Wie haben du und dein Leben sich die letzten 2-5 Jahre verändert? Was machst du heute, von dem du dir damals nie hättest träumen lassen? Was hast du dazu gelernt? Wie bist du gewachsen? Das ist der bestmögliche Vergleich und den wirst du spüren.

5.Dankbarkeit ist eine Tugend Sei dankbar für alles was du hast! Wahrscheinlich bist du es mittlerweile Leid diesen Satz ständig zu hören, richtig? Weil, du kannst ja dankbar sein und trotzdem das andere Stück vom Kuchen wollen, oder?!

Genau hier verrate ich dir einen kleinen Trick. Tägliche Dankbarkeit verändert dein Bewusstsein. Wie? Na, Dankbarkeit und Mangel ergeben kein gutes Paar. Du kannst deinen Fokus nicht auf etwas legen für das du dankbar bist es zu haben und gleichzeitig auf deinen Mangel. So einfach ist das! Probiere es aus. Ich verspreche dir, es tut nicht weh.

6.Bist du großzügig oder gleichgenügig? Da Neid und Eifersucht von einem Gefühl des Mangels stammen verringert sich dieses dramatisch wenn man gibt. Schalte um auf Großzügigkeit. Dieser Trick erfordert viel Willenskraft, je nachdem in welcher Situation Neid und Eifersucht aufkommen. Aber, du kannst ihn trainieren wie einen Muskel. Überlege dir, was du anderen alles von dir schenken kannst. Ich spreche nicht nur von materiellen Dingen. Du kannst Liebe geben, Aufmerksamkeit, einen Lob, uvm.. Dadurch wird dir wieder stärker bewusst, was du alles bereits besitzt. Das funktioniert aber nur, wenn du aus selbstlosen Gründen großzügig bist, ohne was zurueck zu verlangen. Wie fühlt es sich an von Herzen zu geben?

Als ein selbstsicherer Mensch verspüre ich auch beide Emotionen. Tatsache ist aber, es wird immer jemanden intelligenteren, besseren und attraktiveren als mich geben. Konzentriere ich mich gezielt auf meine Ziele, Talente und Stärken verlieren diese Emotionen ihre Macht über mich.

Wenn wir richtig frustriert oder wütend werden ist der Gedanke verlockend, das Gott und das Universum uns ärgern wollen. Sie necken dich mit Dingen die du willst, aber nicht haben kannst oder quälen dich damit, dass sie dir etwas Wertvolles geben und dann wieder wegnehmen wollen. Das Gegenteil ist aber der Fall! Sie wollen deine Aufmerksamkeit gewinnen damit du etwas erkennen und verändern kannst. Und da du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast nehme ich an, dass sie erfolgreich waren…

Deine Anita