POLITIK
22/08/2018 12:10 CEST | Aktualisiert 22/08/2018 13:05 CEST

Dürreschäden: Bundesregierung sagt den Bauern Millionenhilfe zu

Top-News To Go.

Screenshot
Julia Klöckner bei einer Pressekonferenz in Berlin. 

► Landwirte mit starken Einbußen wegen der Dürre sollen Nothilfen des Bundes bekommen. Angesichts von Ernteschäden “nationalen Ausmaßes” will der Bund 150 Millionen bis 170 Millionen Euro ergänzend zu Länderprogrammen bereitstellen, sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin. 

► Insgesamt soll die Unterstützung mit den Ländern 340 Millionen Euro betragen.

► Klöckner stellte die vorläufige Ernteerträge vor: Eine kleinere Getreide-Ernte habe es zuletzt 1994 gegeben. In Schleswig-Holstein sei die Ernte um 31 Prozent, in Brandenburg um 27 Prozent zurückgegangen. 

► Insgesamt seien nach Länderangaben bundesweit rund 10.000 Betriebe so sehr betroffen, dass sie in ihrer Existenz bedroht seien.

Darum sind die Hilfen für Bauern wichtig: 

Massive Trockenheit hat in diesem Jahr vor allem im Norden und Osten teils schwere Ernteausfälle verursacht. Bundesweit ergebe sich bei Getreide eine Menge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Bauernverband in seiner Bilanz mit.

Hinzu kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter. In einigen Regionen lägen Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen.

Der Bauernverband hatte Unterstützung von bis zu einer Milliarde Euro gefordert. Er setzt darauf, dass Hilfen für Betriebe in Existenznot möglichst noch in diesem Jahr ausgezahlt werden können.

Wer Hilfe beantragen kann: 

Generelle Schwelle für Hilfen des Bundes ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Die konkreten Verfahren für die Unterstützung wollen der Bund und die betroffenen Länder nun gemeinsam festlegen.

Zuletzt hatte sich der Bund 2003 wegen einer Dürre an Finanzhilfen beteiligt. Damals zahlte er mit acht betroffenen Ländern insgesamt 80 Millionen Euro aus.

(lp)