POLITIK
04/10/2018 09:09 CEST | Aktualisiert 04/10/2018 16:49 CEST

Claudia Roth greift Seehofer an: Dunja Hayali will das nicht hören

“Ein bisschen schlicht”: Dunja Hayali über Roths Ausführungen zu Seehofer.

  • Beim ZDF-Talk “Dunja Hayali” hat sich die Grünen-Politikerin Claudia Roth in Rage geredet und Bundesinnenminister Horst Seehofer stark kritisiert.
  • Das war selbst der der ZDF-Moderatorin zu viel, die Roth schließlich ins Wort viel.
  • Oben im Video seht ihr die Szene.

Passend zum Tag der Deutschen Einheit diskutierten die Gäste bei “Dunja Hayali” zum Thema: “Ost-West gestresst – wie einig sind wir uns?

Mit dem Satz, “Fähnchenschwenken ist total okay, aber ich warne vor nationaler Selbstbeweihrächerung”, stellte ZDF-Moderatorin Dunja Hayali ihren Talk-Gast Claudia Roth (Grüne) vor.

Es sollte also unter anderem um die Frage gehen, ob es einen aufgeklärten Patriotismus geben könnte.

Doch statt über die gemeinsame Identität von Ost- und Westdeutschland zu sprechen, schoss sich Claudia Roth – wohl im Wahlkampffieber – auf Bundesinnenminister Horst Seehofer ein.

“Wieso sind wir nicht selbstbewusst” und sagen, die Fahne gehöre uns, wollte Hayali von Roth wissen.

Roth entgegnete, mann müsse sich damit auseinandersetzen, dass Leute die Fahne und dessen Symbolik missbrauchen würden. Aber eigentlich ginge es ihr nicht um die Fahne, sondern darum die Demokratie zu verteidigen.

Die Gäste bei “Dunja Hayali”: 

► Thomas de Maizière, ehemaliger CDU-Bundesinnenminister

► Valerie Schönian, “Zeit”-Redakteurin in Leipzig 

► Leander Haußmann, Film- und Theaterregisseur, bekannt durch “Sonnenallee” 

Claudia Roth, Grünen-Politikerin, Vizepräsidentin des deutschen Bundestages

Eva Schulz, Moderatorin der Online-Sendung “Deutschland3000”

 Roth spricht über ihre Kindheit in Bayern

Doch dann lenkte Roth von der eigentlichen Diskussion ab und sprach über ihre Kindheit in Bayern, wo sie aufgewachsen war:

“Ich habe Heimat in meiner Kindheit leider immer als sehr ausgrenzend erlebt.”

So hätten ihre Eltern als FDP-Wähler bereits als linksradikal gegolten.

“Du hast dann einfach immer wieder das Gefühl gehabt, du gehörst nicht dazu”, schilderte Roth ihre Kindheitserfahrungen.

Roth wolle sich ihre Heimat nicht wegnehmen lassen: “Ich will, dass die Heimat uns gehört”. Womit sie alle in Bayern lebenden Menschen meinte.

Roth kritisiert den Heimatminister

Dann schoss die Grünen-Politkerin auf Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) los:

“Dann bräuchten wir einen Heimatminister, wenn ich das mal sagen darf – der sich selber als Heimatminister bezeichnet hat, der nicht am zweiten Tag seiner Amtszeit erklärt, wer nicht zu dieser Heimat gehört.”

Damit nahm Roth auf die Aussage von Seehofer Bezug, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Erläutert hatte Seehofer dies in einem Interview mit der “Bild”-Zeitung im März. 

Das wollte Hayali so nicht stehen lassen: Sie wollte Horst Seehofer an dieser Stelle zwar eigentlich nicht verteidigen, aber der Innenminister habe ja auch gesagt, “dass die Menschen viele Heimaten haben können”.

Und dass sie alle “auf dem Boden des Grundgesetzes” willkommen seien.

Die ZDF-Moderatorin machte gegenüber Claudia Roth deutlich, dass Horst Seehofer nicht die Diskussionsgrundlage der Sendung sei.

“Ein bisschen schlicht”

Doch Roth war wohl wegen der anstehenden Landtagswahl in Bayern nicht zu bremsen. Sie wiederholte sich: “Aber, wenn man sagt der Islam gehört nicht zu Deutschland, dann bürgert man Millionen Menschen aus...”

Hayali entgegnete sichtlich genervt: “Aber Muslime gehören zu Deutschland...”

Roth: ”... dann bürgert man diese Menschen aus, dann bürgert man...”

Hayali: “Claudia Roth, das ist nicht unsere Diskussion, sondern...”

Roth: “Doch.”

Hayali: ”Über Heimat sprechen wir gleich noch. Undnur über Horst Seehofer zu sprechen, ist vielleicht ein bisschen schlicht.”

Es wurde deutlich, dass Hayali dieses Fass nicht erneut öffnen wollte. Seehofer hatte schließlich gesagt, dass die Muslime selbst zu Deutschland gehören würden.

In ihrem TV-Talk am Mittwochabend sollte es eigentlich um die Deutsche Einheit gehen. Dazu konnte die sich Wahlkampfmodus befindliche Claudia Roth nicht allzu viel beitragen.

(lp)