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18/12/2018 18:19 CET | Aktualisiert 19/12/2018 08:17 CET

Dunja Hayali: Frage an gelähmte Sportlerin löst Empörung aus – so verteidigt sich Hayali

Hayali hatte die ehemalige Spitzensportlerin ins “Aktuelle Sportstudio” geladen.

  • Im “Aktuellen Sportstudio” befragte Dunja Hayali die ehemalige Bahnradsportlerin und Olympiasiegerin Kristina Vogel.
  • Eine Frage löste bei Zuschauern Empörung aus. Nun verteidigt sich Hayali.
  • Im Video oben seht ihr, dass es nicht das erste Mal ist, dass sich Hayali verteidigen muss: ZDF-Moderatorin schlägt Pöbler auf Facebook mit eigenen Waffen.

Seit die ehemalige Bahnradsportlerin und Olympiasiegerin Kristina Vogel im Juni 2018 während des Trainings stürzte, sitzt sie querschnittsgelähmt im Rollstuhl.

Dunja Hayali hatte die ehemalige Spitzensportlerin ins “Aktuelle Sportstudio” geladen, um zu zeigen, wie Menschen, die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten, voller Zuversicht in die Zukunft blicken können.

Doch auch der ZDF-Moderatorin ist klar: Diese positive Einstellung fliegt einem nicht einfach zu – sie muss erarbeitet werden. So stellte Hayali der Sportlerin eine Frage, die von Zuschauern als zu intim wahrgenommen wurde.

Auf Hayalis Frage, ob Vogel nach ihrem schweren Unfall auch Gedanken an einen Selbstmord gehabt habe, reagierten Zuschauer auf Twitter empört.

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Dunja Hayali: Frage an gelähmte Sportlerin löst Empörung aus – so verteidigt sich Hayali

Tabuthema Depression?

Unter den beleidigenden Tweets waren aber auch solche, die höflich Kritik äußerten. So schrieb ein Nutzer, dass er Hayali zwar “sehr schätze”, aber von der Frage “irritiert” sei.

Seine Einschätzung: “Es hatte etwas von Menschen mit Behinderung sind zwangsläufig depressiv”.

Weil es aber ebenso viele ausfällige Nachrichten an Hayali gab, hielt die Moderatorin eine klare Antwort für angemessen und notwendig.

Sie bezeichnete die Reaktion einiger Zuschauer als “interessant”. Grob fasste sie diese als ein empörtes “Wie kann man nur” zusammen.

Ihre deutliche Antwort: “Man kann und sollte”. Dazu fasste Hayali in vier Punkten zusammen, wann es angemessen sei, darüber zu sprechen:

  1. “Wenn es abgesprochen ist.”
  2. “Wenn man in 10 Jahren mit etlichen Menschen mit Behinderung darüber geredet hat.”
  3. “Wenn sie (Betroffene, Anmerkung der Redaktion) sagen: Frag.”
  4. “Wenn man Tabus bricht (erinnere an Diskussion nach Enkes Tod)”

Mehr Lob als Tadel für Hayali

Viele fanden hingegen auch Lob sowohl für Hayali, als auch Kristina Vogel.

► So hieß es zum Beispiel:

“Ein mit viel Gefühl geführtes Interview, und ich finde auch mit Respekt gegenüber Frau Vogel.”

► Oder auch:

“Gut gemacht! Einfühlsam, ehrlich interessiert und ohne diesen ‘Medien-Voyeurismus’ authentisch. Mehr davon!”

► Und einige sprachen auch ihr Unverständnis für die Kritiker aus:

“Ich verstehe die Kritik nicht. Danke für das Interview und meinen ungeteilten Respekt für Dich, Kristina. Du bist für mich mit Deiner Art, das Schicksal zu meistern, ein Vorbild.”

Kristina Vogel meldet sich selbst zu Wort

Später setzte Hayali mit einem weiteren Tweet, in dem sie die Sportlerin selbst zu Wort kommen lies, einen Schlusspunkt hinter die Debatte. In der Nachricht, die Hayali teilte, sagte Vogel:

“Schön war es im ZDF-Sportstudio. Danke für die Zeit, die mir gegeben wurde, um meine Geschichte erzählen zu können. Danke an Dunja Hayali für ein sehr angenehmes, aber auch sehr ehrliches Interview.” 

(ben / jkl)