POLITIK
09/08/2018 06:13 CEST | Aktualisiert 09/08/2018 12:33 CEST

"Dunja Hayali": Arme Rentnerin bricht vor SPD-Frau Nahles fast in Tränen aus

"Es ist nicht gerecht."

  • Bei “Dunja Hayali” geht es um Altersarmut – eine Rentnerin schildert emotional, was sie erlebt.
  • SPD-Chefin Nahles wehrt sich gegen pauschale Kritik, JuLi-Chefin Schröder bringt am Ende auch das Schicksal der Jungen ins Gespräch.
  • Im Video oben: “Ich habe 40 Jahre gearbeitet, jetzt kann ich meine Miete nicht zahlen!” - das sagen Deutsche über die Rentensituation. 

Es geht wieder einmal um Altersarmut. Und selten wird das Problem so greifbar wie an diesem Mittwochabend im ZDF. Dort, in der Abendshow von Moderatorin Dunja Hayali, schildert die 71-jährige Anita Pixberg ihr Schicksal. 

Sie dreht jeden Cent zweimal um, erzählt sie. Pixberg hat über dreißig Jahre als Verkäuferin gearbeitet, drei Kinder großgezogen, nun muss sie sich etwas zur Rente dazuverdienen – im Seniorentreff der Diakonie kocht sie für andere ältere Menschen.

ZDF
Rentnerin Pixberg und SPD-Chefin Nahles.

“Einmal im Monat gehe ich mit einer Heimbewohnerin schön frühstücken”, sagt Pixberg – das ist ihr Verständnis von Luxus. Ohne die Arbeit würden ihr nur rund 200 Euro im Monat zum Leben bleiben, schildert das ZDF in einem Einspieler. Pixberg ist kein Einzelfall in Deutschland. Jede fünfte Neurentnerin und jeder siebte Neurentner gilt als arm.

► Eine Partei, die sich seit jeher auf die Fahne schreibt, gegen diese Ungerechtigkeit zu kämpfen, ist die SPD. Hayali begrüßt deshalb Parteichefin Andrea Nahles auf ihrem Sofa.

Und Pixberg legt gleich gegen Nahles los: “Ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie ein großer Teil der Menschen leben muss. Schön wäre, wenn jeder 1000 Euro bekommen würde.”

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Rentnerin wird emotional, Nahles wehrt Kritik ab

Dann wird Pixberg emotional. Als Hayali die Rentnerin fragt, ob es gerecht sei, dass sie nach jahrzehntelanger Arbeit so wenig habe, muss die 71-Jährige schlucken.

Dann schüttelt Pixberg den Kopf. “Nein.” Und mit leiser Stimme: “Ich finde nicht.” Man müsse sich nicht schämen. “Die Rente könnte ein bisschen höher sein.” Sie ist nun kurz davor, zu weinen.

► Nahles entgegnet – von Hayali gefragt, was sie als Ministerin in der Vergangenheit verbockt habe: “Ich muss mir nicht vorwerfen lassen, das Thema Rente verpennt zu haben.”

Die Bundesregierung habe “Milliarden und Milliarden” ausgegeben. Nun folge noch mehr: eine Grundrente – eine Mischung aus Grundsicherung und Rente. Rentner müssten dann nicht mehr als “Bittsteller” beim Amt aufschlagen.

Zum Glück: Irgendwann darf auch eine Vertreterin der jungen Generation sprechen

Sozialwissenschaftler und Renten-Experte Stefan Sell erklärt das Problem, dass viele alte Frauen heute hätten, bei “Dunja Hayali” so: “Sie haben nach den Regeln der 50er Jahre gelebt, dem Mann den Rücken frei gehalten, nur Teilzeit gearbeitet.“

► Ria Schröder, Vorsitzende der Jungen Liberalen, bringt dann endlich auch die Perspektive der zukünftig von Armut bedrohten Menschen, ins Spiel: Denn während die Politik in den vergangenen Jahren immer wieder Rentengeschenke verteilte, kann sich die junge Generation kaum noch auf das System verlassen.

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Schröder sagt: “Nur zu sagen, der jungen Generation geht es heute besser, ist zu wenig. (...) Wie können wir ein System etablieren, das die Interessen der Großelterngeneration aber auch der Eltern- und Enkelgeneration berücksichtigt.” 

► Damit es den heute Jungen in vierzig Jahren nicht so geht wie Rentnerin Pixberg. 

(ben)