POLITIK
28/06/2018 13:11 CEST | Aktualisiert 28/06/2018 13:17 CEST

Dublin-Verfahren: Deutschland schiebt wieder mehr Flüchtlinge ab

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Sean Gallup via Getty Images
Die Zahl der aus Deutschland abgeschobenen Flüchtlinge ist in 2018 wieder angestiegen.

► Die deutschen Asylbehörden schicken im Rahmen des Dublin-Verfahrens wieder mehr Flüchtlinge in die EU-Staaten, in denen sie erstmalig erfasst wurden, zurück.

► Bis Ende Mai diesen Jahres wurden in diesem Zuge fast 4100 Migranten in andere Staaten innerhalb der Europäischen Union zurückgeführt. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor. In 2017 waren es demnach insgesamt etwas mehr als 7100.

► In 2018 kam es somit in bislang 38 Prozent der Asylfälle zu einer Rückführung. Im Vorjahr war dies laut eines Berichts der “Süddeutschen Zeitung” nur in knapp jedem dritten Verfahren der Fall, 2016 gar in weniger als zehn Prozent.

Wie reagierte die Linke auf die Antwort der Bundesregierung?

Linken-Innenpolitikerin Ulla Jelpke sagte laut “Süddeutscher Zeitung”, dass die neuen Zahlen “keine guten Nachrichten” seien.

Die im Dublin-Verfahren vorgesehenen “Zwangsumverteilungen” seien “inhuman und ineffektiv” – und würden “auch in Zukunft nicht funktioniere”, kritisierte sie weiterhin. 

Was ihr noch zu den Abschiebungen wissen müsst:

Die meisten Abschiebungen fanden in den ersten fünf Monaten des Jahres nach Italien statt. Dorthin wurden knapp 1400 Flüchtlinge zurück geschickt.

Brisant dabei: Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini hatte jüngst verkündet, seine Regierung habe “an Rücküberstellungen keinen Bedarf.” 

(jk)