ENTERTAINMENT
24/09/2018 13:24 CEST

"DSDS": Jetzt packt ein Regisseur aus, was hinter den Kulissen passiert

“Der Erfolg der Sendung liegt nicht im Finden des besten Sängers", sagt er.

Florian Ebener via Getty Images
In einem Buch erzählt Regisseur Kai Tilgen über die Missstände im TV-Geschäft.
  • Die Kandidaten von beliebten Castingshows müssen sich vor den laufenden Kameras einiges gefallen lassen.
  • TV-Regisseur Kai Tilgen packt in einem Buch aus, wie es hinter den Kulissen von “DSDS” zugeht.

Bereits seit 24 Jahren arbeitet der 57-jährige Kai Tilgen als Regisseur beim Fernsehen. Unter anderem hat er für “Die Versteckte Kamera” beim ZDF und Scripted-Reality-Sendungen wie “Blaulicht-Report” bei RTL gedreht.

Auch an der seit vielen Jahren bekannten TV-Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”war der Mann beteiligt.

Jetzt verrät Tilgen in seinem Buch “Wie ich mir meinen Platz in der Fernsehhölle verdient habe”, was sich hinter den Kulissen der Sendung abspielte. 

Kandidaten werden bewusst schikaniert

“Der Erfolg der Sendung liegt nicht im Finden des besten Sängers. Wir tun so, als hätten die Kandidaten eine Chance. Haben sie aber nicht”, schreibt der Regisseur in seinem Buch. 

Es sei angeblich fester Bestandteil des Sende-Konzepts gewesen, die Kandidaten bloßzustellen und zu schikanieren. Tilgen erzählt der “Bild”-Zeitung von einem Fall, an den er sich noch besonders gut erinnert.

In der siebten Staffel von “DSDS” 2010 fiel der damals 18-jährige Marcel auf, weil er einen Fleck auf seiner Hose hatte. Der Fleck diente als Vorlage für einen bösen Streich. Denn: Der Kandidat wurde daraufhin so dargestellt, als hätte er sich in die Hose gemacht. 

“Das war meine Idee und ich habe damit für das Format das Beste rausgeholt und gleichzeitig einem jungen Mann seine Würde genommen”, sagt Tilgen der Zeitung.

Tilgen: “Es ist Zufall, wer berühmt wird”

Besonders durch die Aufnahmen der Kandidaten in ihrem Zuhause habe man noch mehr Möglichkeiten, sich über die Newcomer lustig zu machen. 

Bei einem ist sich der TV-Regisseur sicher: “Es ist Zufall, wer berühmt wird. Viele junge Damen kommen mehr wegen ihrer Bikinifigur weiter.”

Auch über Sendungen wie “Germany’s Next Topmodel” oder “Blaulicht Report” hat er wenig Positives zu sagen.

Der 57-Jährige stellt jedoch klar: Sollte er mit dem Buch seinen Job als Regisseur verlieren, schreibt er einfach weiter Bücher.

Das Buch “Wie ich mir meinen Platz in der Fernsehhölle verdient habe” von Kai Tilgen erscheint am 1. Oktober im Handel.

(nmi)