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17/07/2018 12:17 CEST | Aktualisiert 17/07/2018 12:35 CEST

München: Rechtsradikaler terrorisiert Kindergärten mit Drohbriefen

Derzeit seien 16 Kitas betroffen.

olaser via Getty Images
16 Kindergärten im Münchner Umland hätten Drohbriefe erhalten. 
  • Im Münchner Umland hat ein Rechtsradikaler Drohbriefe an mehrere Kitas geschickt.
  • Obwohl der Schreiber mit Mord droht, geht die Polizei nach eigenen Angaben nicht von einer akuten Gefahr aus. 

Er drohe Kinder mit einem Lastwagen zu überfahren, ihre Süßigkeiten zu vergiften und bezeichne sie als “biologischen Müll” – mit zahlreichen Drohbriefen versetze derzeit ein Rechtsradikaler mehrere Kitas im Münchner Umland in Panik. Das berichtete die Tageszeitung “Abendzeitung”

Die Briefe, die mit einem Hakenkreuz auf dem Umschlag versehen seien, habe der Mann an insgesamt 16 Kindergärten in München und Umgebung verschickt. 

Betroffen seien unter anderem die Gemeinden Taufkirchen, Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Unterhaching. 

Kinder seien “biologischer Müll”

Bereits seit einigen Tagen bekämen die Kindergärten, vor allem im Münchner Süden, die Briefe. Die Polizei gehe davon aus, dass es sich um den selben Verfasser handle, da der jeweilige Inhalt und die Wortwahl sich ähneln würden, erklärte die bayerische Dienststelle in einer Mitteilung. 

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Dass es sich um einen rechtsradikalen Mann handle, sei nicht nur an dem Briefkopf mit Hakenkreuz zu erkennen. Der Schreiber beschimpfe muslimische und jüdische Kinder als “biologischen Müll”, heißt es weiter in dem Bericht der “Abendzeitung”. Auch Familien aus Osteuropa würde der Rechte mit vergleichbaren Hassparolen ansprechen. 

In seinen Schreiben fordere er, dass solche Kinder und Familien das Land verlassen müssten oder sie “gleich erschießen” zu lassen. 

Keine akute Gefahr

Neben Beschimpfungen und rechtsradikalen Äußerungen, würde der Mann auch konkrete Mordszenarien beschreiben: Er träumt laut dem Nachrichtenportal davon, die Kinder während eines Ausfluges mit einem Lastwagen zu überfahren. 

► Auch vergiftete Süßigkeiten würde der Schreiber vor den Tageseinrichtungen verstecken. 

Aktuell würden die zuständigen Dienststellen ermitteln, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Auch sollten die Kitas als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme stärker überwacht werden. 

Dennoch würde die Polizei von keiner akuten Gefahr ausgehen: “Inhaltlich werden mehrere Drohszenarien thematisiert, welche nach derzeitiger Einschätzung nicht ernst zu nehmen sind.”  

(glm)