LIFE
08/09/2018 13:55 CEST

Drogen: Mitnehm-Test für Getränke soll Vergewaltigungen verhindern

Zuerst wollten die Entwickler einen Drogentest-Nagellack herstellen.

PeopleImages via Getty Images
"Undercover Colors" ist laut Hersteller der  "effektivste Drogentest für Getränke".
  • Amerikanische Studenten haben einen Test entwickelt, der Drogen in Getränken aufspüren kann.
  • Anfangs sollte das Produkt als Nagellack auf den Markt kommen – nun hat es eine andere Form.

Vor knapp vier Jahren sind Studenten von der North Carolina State University auf auf eine geniale Idee gekommen, die junge Frauen vor Vergewaltigungsdrogen schützen soll:  ein Nagellack, der Drogen in Getränken erkennt.

Die HuffPost berichtete schon damals. 

Seit gestern ist der Drogen-Test zum Mitnehmen namens “Undercover Colors” online erhältlich. Die Idee mit dem Nagellack haben die Jungunternehmer mittlerweile zugunsten eines wiederverwendbaren Test-Jetons verworfen.

Drei Drogen aus über 100 Flüssigkeiten

“Nach vier Jahren im Labor enthüllen wir stolz den effektivsten Drogentest für Getränke”, schrieben die Unternehmer auf Facebook.

In über 100 Flüssigkeiten soll der Test die Drogen Alprazolam, Diazepam und Flunitrazepam feststellen. Dafür benötige man nur ein paar Tröpfchen des Getränks, schrieb das Unternehmen auf Facebook. 

Andere Vergewaltigungsdrogen wie GHB oder Ketamin erkennt der Test nicht.

“Wir haben uns vor allem darauf konzentriert, das Produkt rauszubringen. Jetzt wollen wir die erste Geschichte hören, wie es jemandem geholfen hat. Dann wissen wir, dass es das wert war”, sagte Chefentwickler von “Undercover Colors”, Nick Letourneau, zum US-TV-Sender CNBC.

Die Firma hätte den ursprünglich geplanten Nagellack zwar zur Marktreife gebracht, doch die Geschäftsleitung hätten sich für die Unisex-Variante in Form des Jetons entschieden. Marktanalysen hätten eine überraschend hohe Nachfrage von Männern gezeigt – auch von heterosexuellen.

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18 Prozent der Frauen werden Opfer

Der Markstart ist strategisch zum Beginn des neuen Semesters gewählt. 

Denn in US-Universitäten passierten die meisten sexuellen Übergriffe zwischen August und September. Studenten im ersten Semester seien davon doppelt so häufig betroffen wie andere, zitiert CNBC eine Studie des US-Justizministeriums.

“In den USA werden 18 Prozent der Frauen irgendwann in ihrem Leben sexuell angegriffen”, schrieben die Jungunternehmer vor vier Jahren auf ihrer Facebook-Seite.

Ihrer Vision, Frauen mit Technologie vor Vergewaltigungsdrogen zu schützen, sind sie heute ein ganzes Stück näher gekommen.

Damals schrieben sie: “Es sind unsere Töchter, Frauen und Freundinnen.”

(lp)