POLITIK
30/08/2018 17:22 CEST | Aktualisiert 30/08/2018 18:52 CEST

Justizbeamter gesteht Veröffentlichung von Chemnitz-Haftbefehl

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Sean Gallup via Getty Images
Die Gedenkstelle in Chemnitz für Daniel H. 

► Der Dresdner Justizbeamte Daniel Z. behauptet in der “Bild”-Zeitung, er habe den Haftbefehl im Fall des toten 35-jährigen Chemnitzers veröffentlicht. 

“Ich habe den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben, weil ich wollte, dass die Wahrheit und nur die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit kommt”, sagt er der Zeitung. 

► Das sächsische Justizministerium erklärte am Donnerstag, der Justizvollzugsbeamte sei mit sofortiger Wirkung suspendiert worden. Durchsuchungen und weitere Ermittlungen hätten den Anfangsverdacht gegen den Mann erhärtet.

Verwirrung um den Haftbefehl im Fall Chemnitz: 

Der 35-jährige Daniel H. war am Wochenende in Chemnitz erstochen worden. Am Montag beantragte die Polizei einen Haftbefehl gegen einen tatverdächtigen Syrer und einen Iraker. 

Der Haftbefehl des Irakers tauchte dann am Dienstag im Internet auf. Die rechte Bürgerbewegung “Pro Chemnitz”, aber auch Pegida-Gründer Lutz Bachmann verbreiteten das Dokument auf Facebook. 

Laut eigenen Aussagen verschickte Daniel Z. ein Foto des Haftbefehl an Kollegen aus der Justiz, an Freunde des Verstorbenen und an “Pro Chemnitz”.

Was der Dresdner weiter sagte: 

Daniel Z. ist sich im Gespräch mit “Bild” auch bewusst, dass er sich mit seinem Handeln strafbar gemacht hat: “Mir ist klar, dass ich dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit meinen Job verlieren werde. Ich vertraue aber darauf, dass ich ein faires Verfahren kriege.“

So begründete er die Veröffentlichung:

“Ich möchte, dass die Spekulationen über einen möglichen Tatablauf ein Ende haben und ich möchte, dass die Medien nicht mehr die Hoheit haben, den tatsächlichen Tatablauf in Frage zu stellen, zu manipulieren oder auf einen ihnen jeweils genehme Art und Weise zu verdrehen.”