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24/01/2018 15:47 CET

3 Alcatraz-Geflohene wurden für tot erklärt – jetzt kommen Zweifel auf

Danach mussten die Behörden den Fall neu aufrollen.

  • 1962 entkamen drei Insassen aus Alcatraz – bisher gingen Ermittler davon aus, dass sie auf der Flucht ertranken
  • Ein jetzt veröffentlichter Brief deutet darauf hin, dass mindestens einer der Männer noch am Leben sein könnte
  • Im Video oben seht ihr das brisante Schreiben

Es ist der wohl berühmteste Gefängnisausbruch aller Zeiten. In der Nacht zum 12. Juni 1962 flohen drei Männer von der Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco. Auf ihrer Überfahrt sollen die drei Ausbrecher ertrunken sein, so jedenfalls die Theorie der Ermittler.

► Ihre Leichen wurden nie gefunden.

Die Gefangenen kratzten mit Löffeln Zement aus der Mauer

Angeführt vom Bankräuber Frank Morris kratzten John und Clarence Anglin drei Monate lang mit Löffeln den Zement aus der Mauer in ihren Zellen. Durch die entstandenen Löcher erreichte das Trio einen Lüftungsschacht, der sie bis aufs Dach führte.

Von dort aus gelangten sie in den Hof und gingen weiter zum Strand. Für die Überfahrt zum Festland nutzten sie ein Floß, das sie aus gestohlenen Regenmänteln gebastelt hatten.

► Die Flucht war so spektakulär, dass auch Hollywood darauf aufmerksam wurde. 1979 wurde sie in dem Film “Escape from Alcatraz” mit Clint Eastwood als Frank, Jack Thibeau als Clarence und Fred Ward als John verfilmt.

“Ich heiße John Anglin”

Ein jetzt veröffentlichter Brief deutet darauf hin, dass mindestens einer der Männer, John Anglin, noch am Leben sein könnte. Berichten zufolge wurde er bereits 2013 an die amerikanischen Behörden geschickt.

“Ich heiße John Anglin. Ich flüchtete im Juni 1962 mit meinem Bruder Clarence und Frank Morris aus Alcatraz. Ich bin 83 Jahre alt und in schlechter Verfassung. Ich habe Krebs. Ja, wir haben es alle geschafft, gerade so!“, beginnt der Brief, der dem lokalen Nachrichtensender KPIX 5, der zu dem Netzwerk CBS gehört, vorliegt. 

► Laut FBI handelt es sich dabei um das jüngste Beweisstück, das die Behörden dazu zwang, den Fall wieder aufzurollen

Eine Untersuchung des Briefs ergab keine eindeutigen Ergebnisse

Das FBI-Labor habe den Brief damals auf Fingerabdrücke, DNA und die Handschrift untersucht. Die Ergebnisse seien nicht eindeutig gewesen.

Der Verfasser des Briefes behauptet, er habe viele Jahre nach seiner Flucht aus Alcatraz in Seattle verbracht. Er erwähnt auch, dass er acht Jahre in North Dakota gelebt habe und derzeit in Südkalifornien wohne. Laut dem Brief soll Frank Morris 2008 und Johns Bruder drei Jahre später gestorben sein.

►Der Verfasser erklärte auch, warum er der Polizei einen Brief geschrieben hat. Er schlug den Behörden einen Deal vor:

“Wenn Sie im Fernsehen ankündigen, dass mir versprochen wird, nur für ein Jahr ins Gefängnis zu gehen und medizinische Hilfe zu bekommen, werde ich Ihnen zurückschreiben, wo ich bin. Das ist kein Scherz.”

Der Brief ist nicht das einzige Indiz 

Der jetzt veröffentlichte Brief ist jedoch nicht das einzige Indiz, das auf das Überleben der Verbrecher hindeutet.

Es gibt auch ein Foto, das 1975 in Brasilien entstanden sein soll. Angeblich zeigt es John und Clarence Anglin. Wie die “New York Post“ berichtete, wurde das Foto von einem Freund der Brüder gemacht.

Forensische Untersuchungen des damaligen Chefermittlers Art Roderick ergaben, dass es “sehr wahrscheinlich“ sei, dass es sich bei den Männern auf dem Bild um die Anglin-Brüder handele.

Forscher: Die Ausbrecher hätten eine Chance gehabt, zu überleben

Theoretisch soll es zumindest möglich gewesen sein, dass das Trio damals der starken Strömung unter der Golden-Gate-Brücke trotzen und das Ufer erreichen konnte.

Forscher der Universität Delft untersuchten die Strömungsverhältnisse in der Nacht des Ausbruchs.

►Ihr Ergebnis: Die drei Ausbrecher hätten eine Chance gehabt, zu überleben, wenn sie in der Stunde vor Mitternacht losgerudert wären.