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06/12/2018 16:57 CET | Aktualisiert 07/12/2018 08:50 CET

Donald und Melania Trump bei Trauerfeier: Was sie während des Gebets machen, empört die USA

“Das ist euer ‘christlicher’ evangelischer Präsident.”

  • Bei der Trauerfeier für George H. W. Bush sorgen Donald und Melania Trump für Aufsehen. 
  • Der Grund: Sie sprechen ein Gebet – anders als der Rest der Trauernden in der Kathedrale – nicht mit.
  • Im Video oben: Nach einer bewegenden Rede kommen George W. Bush die Tränen.

“Alle Präsidenten auf der Trauerfeier für Bush sprachen dieses zentrale Gebet. Nur einer nicht.”

So titelte die “Washington Post” über eine der zahlreichen bemerkenswerten Szenen auf der Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush am Mittwoch in Washington. 

Pool via Getty Images
Donald und Melania Trump bei der Trauerfeier. 

Natürlich handelt es sich bei dem einen Präsidenten um Donald Trump. In einer Aufnahme ist zu sehen, wie Trump und seine Ehefrau Melania schweigen, während die Gäste der Trauerfeier das Apostolische Glaubensbekenntnis aufsagen. 

Donald und Melania Trump standen in der ersten Reihe, neben ihnen die Ex-Präsidenten Barack Obama, Bill Clinton und Jimmy Carter. 

Trump im Fokus der Kritik

Viele Nutzer in den sozialen Medien machten auf diesen Trump-Moment während der Trauerfeier aufmerksam. Immerhin ist Trump bei evangelikalen Christen sehr beliebt. 

Sänger Richard Marx wies auf Twitter den US-amerikanischen evangelikalen Pastor Franklin Graham darauf hin:

“Hey, hier ist dein ‘evangelischer Präsident’ der NICHT das Apostolische Glaubensbekenntnis auf der Beerdigung des Freundes deines Vaters aufsagt. Vielleicht denkt er, dass es der Name des nächsten Films mit (Sylvester) Stallone und Michael B. Jordan sei.”

Auch CNN-Kommentator Keith Boykin spottete auf Twitter: “Das ist euer ‘christlicher’ evangelikaler Präsident.”

Die “Slate”-Autorin Ruth Graham schrieb:

“Das ist ein seltsamer Moment. Es geht nicht darum, dass Trump sich das Glaubensbekenntnis, das auf dem Blatt vor ihm abgedruckt ist, nicht eingeprägt hat. Er entscheidet sich, nicht am Gottesdienst teilzunehmen.”

Trump, der Ego-Präsident

Viele weitere Twitter-Nutzer kritisierten Trump dafür, das Gebet nicht mitgesprochen zu haben. Der amtierende US-Präsident hat mit seinem Auftritt bei der Trauerfeier polarisiert. 

Der ehemalige republikanische Politberater und Trump-Kritiker Rick Wilson kommentierte für die “Washington Post” Trumps Verhalten bei der Feier mit den harschen Worten: 

“Ein Präsident, der nur sein Ego pflegt, sah, wie Mitglieder beider Parteien (Republikaner und Demokraten, Anm.) zu Ehren eines Präsidenten zusammenkamen, der die Grenze zwischen Parteilichkeit und Pragmatismus verstand.”