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05/05/2018 09:32 CEST | Aktualisiert 05/05/2018 09:32 CEST

Digital-Politiker warnt: Es ist 5 vor 12!

Analytisch denken – Ideen entwickeln – Macher sein!

Smartphones und Tablets, Apps und Games, Instagram und Whatsapp – digitale Tools gehören zur Lebensrealität unserer Kinder und Jugendlichen wie selbstverständlich dazu. Sie finden Freunde im Netz, kommunizieren online, recherchieren für ihre Hausaufgaben und vieles mehr. Das Interesse für Digitales ist ihnen in die Wiege gelegt oder sie bekommen es durch ihren Alltag selbstverständlich mit.

Zeitgleich digitalisiert sich unsere Arbeitswelt zunehmend. Immer mehr Berufe finden sich schon heute im IT- bzw. Digitalbereich. Aber auch in vielen anderen Branchen werden digitale Kompetenzen immer wichtiger. In vielen gut bezahlten Jobs wird man es in den kommenden Jahren schwer haben, wenn man mit Programmiersprachen und Medienkompetenz nichts anfangen kann.

Eigentlich eine gute Grundvoraussetzung: Unser Nachwuchs bringt ein natürliches Interesse für digitale Prozesse mit und in der Arbeitswelt wird genau das gebraucht. Trotzdem klagen viele IT-Unternehmen über den Fachkräftemangel und die schlechte digitale Bildung unserer Schüler. In internationalen Vergleichen haben wir regelmäßig das Nachsehen. Woran liegt das?

Unser Bildungssystem ist (noch) nicht in der Lage, die Interessen unserer Kinder und Jugendlichen so zu kanalisieren, dass sie in der Schule für die Anforderungen unserer Zeit fit gemacht werden. Informatik wird in zu vielen Schulen als freiwilliges Fach oder AG angeboten, in der Lehreraus- und Fortbildung ist Medienbildung noch immer nicht ausreichend angekommen.

Das kann zum großen Nachteil für unseren Nachwuchs werden, aber auch fatal für uns als Nation. Wir müssen uns darauf einstellen, dass digitale Kompetenzen unserer Kinder in den kommenden Jahrzehnten die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft bestimmen werden. Und damit auch den Wohlstand unserer Gesellschaft. Es ist also 5 vor 12. Was müssen wir tun? Schule muss unsere Kinder und Jugendlichen zu drei wichtigen Dingen befähigen:

Analytisch denken – Ideen entwickeln – Macher sein!

Sie müssen lernen, sich in kürzester Zeit in eine komplexe Thematik „hineinzudenken“ und am Ball bleiben. Aus eigenen Überlegungen müssen kreative Projekte entstehen. Selbst entdecken, statt nur zuschauen heißt die Devise. So können sie ihre Ideen umsetzen und Vertrauen gewinnen – auch in sich selbst.

Kinder und Jugendliche müssen Verständnis für die Logik von Algorithmen bekommen und verinnerlichen. Dieses Verständnis erlangen sie am besten durch „selbst machen“ und „selbst schaffen“, nicht nur durch den Konsum von Inhalten. Sie brauchen außerdem ein Verständnis für das Funktionieren von Daten. Wofür brauchen wir Big Data? Was kann man mit Daten erarbeiten und herausfinden? Wie gehe ich sensibel mit Daten um? Zu all diesen Dingen muss Schule befähigen. So viel zum Kernziel. Aber: Wie gelangen wir dorthin?

Das wichtigste ist: Ab der ersten Klasse muss an den Schulen Programmieren gelernt werden. Stück für Stück können sich Schüler so praktische Fähigkeiten aneignen. Wer einmal eine Programmiersprache gelernt hat – ganz egal welche – hat einen leichteren Zugang zu diesen Dingen. Im späteren Berufsleben möglicherweise unverzichtbar.

Damit Schüler kompetent digitale Tools lernen können, müssen natürlich zuallererst die Lehrer fit sein. Die Lehreraus- und Fortbildung muss noch stärker digital fit gemacht werden. Fast alle wichtigen Aufgaben in diesem Bereich liegen zu großen Teilen in den Händen der Bundesländer. Daher brauchen wir verbindliche Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern, an die sich alle Seiten halten müssen. Die CDU/CSU im Bund hat das Ziel, die Länder dabei zu unterstützen, durch Weiterbildung von ausreichend Lehrerinnen und Lehrern die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler möglichst umfassend zu fördern. Die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ soll fortgesetzt und um die Schwerpunkte Digitalisierung und Lehrerausbildung für die beruflichen Schulen erweitert werden.

Fast schon obligatorisch ist die gute Ausstattung der Schulen. Bundesweit müssen alle Schulen und Hochschulen ans schnelle Internet angebunden sein. Die Ausstattung der Schulen mit Lehr- und Lernmaterial muss sich dem Zeitgeist anpassen. Mit dem Digitalpakt Schule stellt der Bund hierfür fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Wichtig: Dies soll die Investitionen der Länder- und Kommunen ergänzen, nicht ersetzen, damit es am Ende auch wirklich MEHR Maßnahmen gibt.

Dieser Dreiklang ist für uns und unsere Kinder ungemein wichtig, denn: Die Zukunft beginnt jetzt. Wir müssen endlich weg von den großen Buzzwords: Nur von „Digitalisierung“ reden bringt nichts. Machen muss endlich die Devise sein!