WIRTSCHAFT
06/01/2019 11:05 CET

Diese Zahlen zeigen: Chefs müssen bei den Arbeitszeiten umdenken

Drei von vier Deutschen wollen mehr Flexibilität.

Caiaimage/Paul Bradbury via Getty Images
Drei von vier Deutschen wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten.
  • Laut einer aktuellen Umfrage der “Bild am Sonntag” befürworten 80 Prozent der Mittelständler flexiblere Arbeitszeiten.
  • Die Zahlen zeigen, wie altmodisch das derzeitige Arbeitszeitmodell von 1994 ist.

Von Montag bis Freitag arbeiten und dann am Wochenende freihaben – so sieht die Arbeitswoche des Durchschnittsdeutschen aus. Dass dieses Modell aber nicht den Wünschen der Arbeitnehmer entspricht, zeigt eine Emnid-Umfrage im Auftrag der “Bild am Sonntag”.

Drei von vier Deutschen fänden es demnach gut, sich die Arbeitsaufgaben je nach Bedarf auf vier, fünf oder sechs Tage aufzuteilen.

Auch die mittelständischen Arbeitgeber befürworten flexiblere Arbeitszeiten. 80 Prozent der Mittelständler sind laut einer aktuellen Umfrage unter 744 mittelständischen Unternehmern für die “Bild am Sonntag” dafür.

“Die Arbeitswelt kann nicht mit einem Gesetz von 1994 gestaltet werden”

In der Zeitung fordert der Handwerker-Präsident Hans Peter Wollseifer eine Wochen- statt einer Tagesarbeitszeit. Auch Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU), sagt: 

“Unser Arbeitszeitgesetz stammt aus dem Jahr 1994, dem Jahr, in dem das World Wide Web an den Start ging und Sony erstmals seine technische Innovation ‘Play Station’ auf den Markt brachte. Die Arbeitswelt 2019 kann nicht mit einem Gesetz von 1994 gestaltet werden.“

Kürzlich hatte Abeitgeberpräsident Ingo Kramer eine Anpassung des Arbeitszeitgesetzes gefordert. “Wir müssen den Rahmen neu justieren, in dem sich die Unternehmen bewegen können. Es geht nicht um Mehrarbeit, es geht um flexiblere Lösungen durch Wochenarbeitszeit, also einen Tag länger, einen Tag kürzer arbeiten”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fürchtet laut der “Bild am Sonntag” jedoch, dass eine Aufgabe des Acht-Stunden-Tages zu längeren Arbeitszeiten führen könnte.