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12/06/2018 16:00 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 16:00 CEST

Diese vier Zutaten braucht jede Veränderung der Persönlichkeit

Wie funktioniert Veränderung in Zeiten der Digitalisierung? Welche Voraussetzungen müssen wir schaffen, damit Menschen sich an die neuen Bedingungen anpassen können? Vier Zutaten könnten Organisationen und Menschen helfen:

  • Erstens: Äußere Veränderungen, neue Begegnungen, Impulse, andere Lebensumstände setzen neue Reize und können auch die Wahrnehmung der Menschen verändern. Dies kann auch dadurch geschehen, dass neue Konstellationen anderes Verhalten verlangen. Wenn Unternehmen Veränderung forcieren wollen, sollten sie deshalb zuerst den Rahmen, die Strukturen verändern. Auch den Rahmen, in dem sie Personalentwicklung denken: Was IBM einst als T-Shape für die Karrieremodellierung entwickelt hatte, müsste weiter gedacht werden. Es geht nicht mehr nur um Spezialwissen und Soft Skills, sondern um die Fähigkeit zur Selbstentwicklung in verschiedenen Kontexten. Es geht um ein anderes Mindset, eine andere Psycho-Logik: Diese muss wegführen vom linearen Ursache.Wirkungs-Denken hin zu einer vielseitigeren, auf verschiedene Aspekte ausgerichteten Karriere- und Selbstentwicklung.

  • Zweitens: Niemand ist wie er ist, und jeder so wie er sein will. Je eher Menschen in der Lage sind, diesen konstruktivistischen Grundgedanken nicht nur intellektuell, sondern auch “fühlend”, begreifend und in eigeninitiierte Handlung umsetzend denken zu können, desto eher wird selbstgewollte Veränderung auch möglich. Unnötig noch zu sagen: Persönlichkeit kann sich auch im höheren Alter ändern.

  • Drittens: Es ist die Bewertung einer Person durch andere, die den Unterschied auch für die Person selbst macht. Jeder wird nur durch die Brille der anderen „so“ oder „so“ gesehen. Die Sicht der anderen beeinflusst auch die eigene Sicht, selbst wenn diese verstellt wird. Kritik und Bewertungen treffen vor allem eine Aussage über den Kritiker und Bewertenden, nicht jedoch über die Person selbst. Je mehr Bewertung, desto eher entwickeln sich Personen in eine von anderen gewollte Richtung. Damit sollte Schluss sein. Echte Stärkenorientierung bedeutet Feedback rückmeldend und nicht urteilend und bewertend zu geben - wenn wir Vielfalt wollen.

  • Viertens: Am einfachsten gelingt Veränderung, wenn die äußere die innere Veränderung anstößt, wenn also positive Emotionen im Spiel sind und keine negativen, die Widerstand auslösen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass angstgesteuerter Veränderungsdruck eher zu Verharren führt, wohingegen positive Anreize auch den Selbstentwicklungswillen freisetzen. Das führt automatisch dahin, den Reiz da zu setzen, wo der innere Flow und die Freude initiiert werden.