WIRTSCHAFT
17/09/2018 12:02 CEST | Aktualisiert 17/09/2018 12:27 CEST

Diese super-billigen Solarmodule sollen die Energieversorgung revolutionieren

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► Ein Team um den australischen Physiker Paul Dastoor will mit billigen Solarmodulen die Erzeugung erneuerbarer Energie revolutionieren. Die Forscher testen ihre Erfindung nun sechs Monate lang im australischen Sommer auf einem 200 Quadratmeter großen Hallendach.

► Die Solarzellen bestehen aus einer weniger als einen Millimeter dünnen Plastikschicht, auf die mit einem Drucker eine elektronische Tinte aufgebracht wird, die Kohlenstoff enthält.

► Die Plastikbahnen werden mit doppelseitigem Klebeband auf einem Dach oder eine anderen Oberfläche angebracht.

Was die Solarzellen von anderen unterscheidet:

Das Material: Heute gebräuchliche Solarzellen enthalten in der Regel Silizium, die von Dastoor nicht. Die Folie soll 300 mal leichter sein als konventionelle Solarmodule und damit leichter zu installieren und für mehr Flächen geeignet sein.

Laut Dastoor kann ein Drucker, wie er in der Uni Newcastle im Labor steht, täglich hunderte Meter der Solarfolie drucken. Ein Industriedrucker schaffe Kilometer. Die Installation des Testfelds hätten fünf Arbeiter in einem Tag geschafft.

Die Herstellungskosten: Dastoor spricht von Produktionskosten von weniger als 10 Dollar pro Quadratmeter. Geht man von australischen Dollar aus, wären das gut 6 Euro. In der Regel zahlt ein Endverbraucher in Deutschland für den Quadratmeter normaler Module zwischen 170 und 270 Euro.

Allerdings: Die druckbaren Solarfolien liefern weniger Energie als herkömmliche Folien. 

Der Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad von Dastoors Modulen ist deutlich geringer als üblich. Dem Forscher zufolge liegt er bei 2,5 bis 3 Prozent. Herkömmliche Zellen schaffen bis etwa 20 Prozent, Forscher haben auch schon Rekorde von 46 Prozent erzielt.

Die Haltbarkeit: Dastoor schreibt selbst, seine Solarzellen würden nicht so lange halten wie andere – ohne dazu ins Detail zu gehen.

Die Idee zusammengefasst:

Kann Dastoor seine Technologie wie geplant in den kommenden Jahren auf den Markt bringen, könnten der vergleichsweise niedrige Preis und die einfache Installation mehr Menschen dazu bringen, Solarenergie zu nutzen.

Die Technik ist allerdings weniger effektiv und haltbar, was einen größeren Verbrauch von Fläche und eine Menge Plastikmüll zur Folge haben kann. 

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(ben)