LIFESTYLE
22/02/2018 08:52 CET | Aktualisiert 22/02/2018 10:27 CET

Dieses Schreiben einer Hausverwaltung zeigt, wie spießig Deutschland geworden ist

"Streifenmuster sind zwingend zu vermeiden."

  • Die Eigentümer einer Münchner Wohnanlage haben eine Mail ihrer Hausverwaltung erhalten 
  • Das Schriftstück zeigt, über welche Kleinigkeiten sich Nachbarn hierzulande schon echauffieren
  • Im Video oben: Vermieter stellt das Warmwasser ab – Mieter revanchiert sich mit bissigem Aushang im Hausflur

Deutschland, das Land der Gartenzwerge, Jägerzäune und Regeln.

Wie absurd letztere und wie kleinlich Menschen hierzulande sein können, beweist eine E-Mail, die am Mittwoch an alle Eigentümer einer Münchner Wohnanlage ging.

► “Aufgrund entsprechender Anregungen aus dem Kreise Ihrer Miteigentümer, wenden wir uns mit folgendem Anliegen an Sie”, beginnt das Schreiben, das der HuffPost vorliegt.

Doch es geht weder um falsch parkende Nachbarn, zu viel Kindergeschrei oder gar um falsch getrennten Müll. 

► Man sorgt sich schlicht um das “einheitliche Erscheinungsbild” der Wohnanlage. Denn, so heißt es weiter, dieses sei schließlich “Ihr werterhaltendes Kapital”.

HuffPost
Ein Ausschnitt der E-Mail, die an alle Wohnungseigentümer ging

Sorgen um den “wertmindernden Aspekt”

Doch was war vorgefallen?

Einige Hausbewohner hatten sich erdreistet, ihre Balkone zu verschönern. Konkret: Sie hatten sich – entgegen der Gemeinschafts- und Hausordnung – erlaubt, die Brüstung ihrer Balkone von innen mit Schilf oder Stoffen zu behängen, in einem Fall wurden sogar lange weiße Tücher auf dem Balkon angebracht.

► Das Problem: Das alles ist von außen sichtbar.

Genau darüber entrüsteten sich einige Nachbarn. Denn diese “individuelle Gestaltung (...) beinhaltet in der Regel einen wertmindernden Aspekt”, wie es in der E-Mail heißt. 

“Streifenmuster sind zwingend zu vermeiden”

Darin pocht man auf die Einhaltung der Hausordnung. “Im Interesse eines werthaltigen und einheitlichen Gesamtbildes der Fassaden” wird dort – “dem Vorschlag des Architekten folgend” – empfohlen: 

“Als Farbton für die Markisen und Bespannungen wird ein dunkles Grau, ähnlich dem Farbton der Balkon- und Dachterrassengeländer festgelegt (...).

Streifenmuster o.ä. sind zwingend zu vermeiden, es sollen ausschließlich unifarbene Sonnenschutzsysteme angebracht werden.”

Den Rebellen im Haus wird dementsprechend empfohlen, die Umbauten wieder abzunehmen – um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.   

► Die Mail schließt mit der Bitte, “bei der Verwirklichung Ihrer individuellen Vorstellungen, immer an die Außenwirkung und Ihre Nachbarn zu denken”.

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(jg)