POLITIK
06/12/2018 19:30 CET

AfD: Diese geleakten WhatsApp-Nachrichten zeigen, wie gespalten die Partei ist

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AfD-Chef Alexander Gauland und AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. 

► Die AfD streitet um den künftigen Kurs: Wie weit rechts soll es sein? Neue Chatnachrichten aus einer AfD-WhatsAppgruppe, über die das Magazin “Stern” berichtet, zeigen nun, wie sehr der Kursstreit zur Zerreißprobe werden könnte. 

► In der WhatsApp-Gruppe schreiben AfD-Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen, Mitglieder des Landesvorstands und ein Bundesvize. 

Deutlich wird dabei: Die Chat-Teilnehmer lehnen den Kurs des Höcke-Flügels um den Thüringischen AfD-Chef Björn Höcke ab. 

► Ein AfD-Politiker etwa schimpft: “Du kriegst dafür auch im eigenen Lager nur Arschtritte, wenn du offen gegen den Flügel ziehst.”

Später warnt er gar: “Wenn wir weg sind, bleibt da ein Haufen Kellernazis plus Karteileichen. NS-Skandale kannst du dann wöchentlich buchen.”

Warum die AfD-WhatsApp-Protokolle wichtig sind: 

Bei jedem Parteitag ist die AfD weiter nach rechts gerückt. Doch in der Partei gibt es auch Widerstand gegen einen zunehmend völkisch-nationalistischen Kurs, für den Höcke steht. 

Das wird für die AfD auch zum Problem. Die Partei könnte vom Verfassungsschutz beobachtet werden, wie auch ein Gutachter für die AfD feststellte. 

Mehr zum Thema: AfD-Politiker demonstrierten am Wochenende wieder mit Neo-Nazis und Extremisten

Was ihr noch über die WhatsApp-Nachrichten wissen müsst: 

In der Whatsapp-Gruppe, aus der der “Stern” zitiert, schreibt unter anderem auch Helmut Seifen, NRW-Landesvorsitzender der AfD. Er kritisiert darin seinen Co-Vorsitzenden Thomas Röckemann und den Landtagsabgeordneten Christian Blex, die zum Höcke-Flücel zählen. Die beiden nennt Seifen nach einem Treffen im Februar 2018 “unbelehrbare Menschen”. 

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Helmut Seifen. 

In den letzten zitierten Nachrichten aus dem Dezember 2018 wird Seifens Ton dringlicher. Als ein AfD-Mitglied schreibt, niemand in der Partei besitze den Mut, Sanktionen gegen den Höcke-Flügel durchzusetzen, antwortet Seifen: 

“Es war zu meiner Zeit bisher nicht möglich. Glaub mir endlich. Aber jetzt wäre die Zeit gekommen.”