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26/09/2018 19:03 CEST

Diese Frau hat seit 1000 Tagen jeden Tag eine gute Tat vollbracht

"Wenn ich jemanden dazu inspirieren kann, an jemanden anders zu denken, habe ich mein Ziel erreicht."

DANI SAVEKER
Die Britin Dani Saveker hat 1000 gute Taten in drei Jahren verbracht.
  • Die Britin Dani Saveker hat fast drei Jahre lang jeden Tag eine gute Tat vollbracht.
  • Nun will sie andere Menschen dazu ermutigen, ihrem Beispiel zu folgen.

Vom Bezahlen des Kaffees eines Fremden bis zum Versenden von Briefen an entfernte Freunde: Die Britin Dani Saveker hat fast drei Jahre lang jeden Tag eine gute Tat vollbracht.

Die britische HuffPost traf die 46-Jährige zum ersten Mal im Februar. Im September 2018 steht Saveker im Begriff einen Meilenstein zu feiern: Sie hat 1.000 freundliche Gesten gemacht. 

Nun will sie andere Menschen dazu ermutigen, ihrem Beispiel zu folgen und 21 Tage lang jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen.

“Um wahre Freundlichkeit zu zeigen, darf man meiner Meinung nach keine Erwartungen haben und keine Bedingungen stellen. Bei den meisten freundlichen Handlungen, die ich vollbracht habe, wusste ich vorher nicht, wie der Empfänger sie aufnehmen wird”, erzählt die dreifache Mutter aus der englischen Stadt Sutton der HuffPost UK. 

“Für mich ist das positive Feedback, das ich bekomme, ein Zeichen dafür, dass wir mehr menschliche Verbindungen in dieser Welt brauchen. Dieser Gedanke spornt mich an.

Vom Business-Projekt zur Lebensaufgabe

Als CEO eines Großunternehmens, beschäftigte sich Saveker mit der Frage, inwieweit Freundlichkeit Bestandteil erfolgreicher Führung ist.

Im Jahr 2016 entschied sich die 46-Jährige ein Projekt zu starten: Sie wollte zunächst einen Monat lang jeden Tag eine freundliche Handlung vollbringen. Aber das Projekt sollte ihr Leben auf eine Weise einnehmen, die weit über die übliche Arbeitszeit hinausging. 

Innerhalb von drei Wochen erkannte sie, dass sich ihre täglichen guten Taten, wie das Hinterlassen einer Notiz und eines Pakets Süßigkeiten auf dem Auto eines Fremden, leer anfühlten, wenn sie abends aufgrund eines harten Nachmittags gestresst war.

Sie führte die Taten also fort und beschloss das anfängliche Business-Projekt zu einer Lebensaufgabe zu machen.

“Wenn ich mich auf etwas einlasse, dann richtig”, erklärt sie.

“Ehe ich es bemerkte, war ein ganzes Jahr vergangen und ich hatte 366 gute Taten vollbracht (es war ein Schaltjahr). Mehr noch: das Projekt hat meine Sicht auf das Leben einschneidend verändert.”

Mehr zum Thema: “Wir werden für unser Engagement bedroht. Warum wir trotzdem weitermachen.”

DANI SAVEKER
Unter anderem buk Saveker den Kuchen für die Babyparty einer Freundin.

Neue Horizonte entdecken

Die größte Offenbarung war für Saveker, welche neuen Möglichkeiten selbstloses Handeln eröffnen kann.

Sie hat dauerhafte Freundschaften geschlossen, nachdem sie über Social Media mit Fremden in Kontakt trat, zum Beispiel mit einer Frau namens Nessa, die ihren Kampf gegen Magersucht online geschildert hatte. 

Als Nessa postete, dass sie zur Behandlung in eine Klinik eingeliefert wurde, schickte Saveker ihr ein Buch ins Krankenhaus.

“Am nächsten Tag hat sie in den sozialen Netzwerken ein Foto von sich mit dem Buch gepostet und liess mich wissen, wie sehr es sie berührt hatte, dass ein Fremder sich für sie interessierte”, erinnert sich die 46-Jährige.

“Sie ist eine inspirierende Frau, die mit schrecklichen psychischen Problemen zu kämpfen hat, aber wenn ich ihr nur ein wenig Hoffnung geben konnte, dass sich jemand um sie sorgt, ist das doch mehr als man sich wünschen kann.”

Obwohl einige von Savekers freundlichen Taten, wie zum Beispiel das Backen eines Kuchens für eine Freundin, im Voraus geplant sind, trägt sie auch Post-It Notizen mit sich herum, damit sie den Tag von jemandem sofort verschönern kann, wenn sie die Lust überkommt.

“Ich bin durch das Projekt auch viel mutiger geworden”, erklärt sie. “Ich scheue mich nicht so etwas zu sagen wie ‘Die Farbe dieses Kleids steht dir sehr gut’. Man merkt, wie jemand Fremdes durch diese Aussage aufgemuntert wird.” 

DANI SAVEKER
Süßigkeiten und eine Notiz für einen Fremden. 

Anleitung zum Freundlichsein

Ihre neu entdeckte Liebe zur Freundlichkeit hat sich auch auf ihre drei Kinder, Ben, 20, Max, 18 und Emmy, 11, übertragen. Sie alle bemühen sich, anderen Menschen zu helfen.

Emmy ist kürzlich mit ihrer Mutter zu einer Teeparty für ältere Menschen gegangen, wo sie sich sehr gerne die Geschichten der Anwesenden angehört hat. 

“Die Senioren haben etwas davon, aber Emmy auch”, sagt Saveker. “Wenn ich jemals etwas von meinen Kindern verlange, dann wäre das, dass sie verantwortungsbewusste und freundliche Menschen sein sollen. Das ist wichtiger als Prüfungsergebnisse.” 

Anlässlich ihrer tausendsten guten Tat am 26. September möchte die Britin noch mehr Menschen dazu inspirieren, täglich freundliche Handlungen zu vollziehen.

Zu diesem Zweck hat sie ein Starter-Paket entwickelt, um Neulingen dabei zu helfen, eine 21-tägige Freundlichkeitsherausforderung zu meistern. Das Motto: “Inspire Kindness”  – zur Freundlichkeit aufrufen.

Die Packungen enthalten praktische Ideen und Tipps zu kniffligen Fragen, zum Beispiel wie man ein Gespräch mit einem Fremden beginnt.

Zudem enthält jedes Paket zwei Kits, eines das für den Käufer bestimmt ist und eines zum Verschenken.

“Eines der schönsten Dinge, die mir gesagt hat, war dass eine einzige freundliche Geste jemanden dazu bewegen kann, selbst mehr Herz zu zeigen”, sagt Saveker.  

“Darum geht es mir: Wenn ich jemand anderen Umdenken anregen kann, ist mein Job erledigt.”

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Dennis Meischen aus dem Englischen übersetzt.

 

(amr)