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27/11/2018 17:40 CET | Aktualisiert 27/11/2018 18:13 CET

Diese 5 Fragen solltet ihr euch stellen, bevor ihr euren Partner verlasst

Trennungsgedanken solltet ihr mit den richtigen Fragen auf den Grund gehen.

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Beziehungen können kompliziert sein – umso wichtiger ist es, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden. 
  • Beziehungen sind nicht immer einfach – und wenn es länger nicht gut läuft, kommen bei Paaren oft Trennungsgedanken auf. 
  • Wenn ihr darüber nachdenkt, euren Partner zu verlassen, solltet ihr euch vorher unbedingt fünf Fragen stellen. 

Ach ja, Liebe kann so schön sein. Und leidenschaftlich. Und kompliziert. Selten haben Paare in langjährigen Beziehungen überhaupt keine Probleme. Früher oder später kommt es zu Eifersucht, kleinen Streitereien oder lästigen Angewohnheiten, die aneinander stören, wenn die rosarote Brille erst einmal verschwunden ist. 

Überwiegen negative Beziehungserfahrungen, beginnen Menschen oft, über eine Trennung nachzudenken. 

Wenn ihr Trennungsgedanken habt, solltet ihr ihnen allerdings unbedingt auf den Grund gehen. “Ursachenforschung” ist laut Sabine Weiss, psychologische Beraterin und Beziehungs-Coach aus Wien, dabei das Stichwort. 

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Denn Trennungsgedanken bedeuten nicht gleich das Ende der Partnerschaft.

► Die Expertin weiß: Wenn Menschen darüber nachdenken, ihren Liebsten zu verlassen, sollten sie sich fünf Fragen stellen. 

1.  Warum habe ich Trennungsgedanken?

Wenn ihr früher für euren Partner Liebe und Leidenschaft empfunden habt und nun darüber nachdenkt, ihn zu verlassen, solltet ihr euch die Frage stellen, warum ihr es tun würdet. 

Was hat sich geändert? Ist der Alltag schwieriger geworden? Wird die Beziehung vielleicht von außen beeinflusst oder sind wirklich die Gefühle weg? 

“Grundsätzlich ist es schon ein Warnsignal, wenn man überhaupt über eine Trennung nachdenkt”, sagt Weiss zur HuffPost. 

So seien es beispielsweise oft Missverständnisse in der Kommunikation zweier Menschen. Es passiere oft, dass beide Partner ihre Liebe unterschiedlich ausdrücken.

Die einen sagen ‘Ich liebe dich’, die anderen sagen diese Worte nie, tun jedoch alles für ihren Partner, gehen einkaufen, machen den Haushalt, wollen kuscheln”, sagt die Expertin. 

“Wenn jetzt ein Partner die Liebe beispielsweise nur über unzählige kleine Aufmerksamkeiten ausdrückt, der andere jedoch verbal, kann das Gefühl aufkommen, der andere liebe seinen Partner nicht mehr.”

Das Gefühl, nicht geliebt zu werden, ist laut einer Studie des Online-Dating-Portals Parship sogar der häufigste Trennungsgrund für Männer und Frauen.

Liegt nicht ein offensichtliches Beziehungsproblem vor, wie ein Seitensprung des Partners, lohnt es sich also, genau zu hinterfragen, ob die Liebe wirklich fehlt, oder ob ihr eure Zuneigung einfach nur unterschiedlich kommuniziert. 

2. Was genau passt für mich nicht mehr in der Beziehung?

Wenn ihr herausgefunden habt, inwiefern sich Gefühle und Partnerschaft geändert haben, fragt euch, welche Handlungsmuster oder Angewohnheiten von euch oder eurem Partner dazu geführt haben. 

► Manchmal seien es ganz kleine Dinge, die einander stören, sagt Weiss. 

“In meiner Praxis hatte ich einen solchen Fall”, berichtet sie der HuffPost. “Ein Mann begann, nur noch Tangas zu tragen. Seine Frau hat das gestört. Die beiden mussten eigentlich nur darüber reden und einen Kompromiss finden. Der Mann muss die Tangas ja nicht unbedingt vor dem Sex tragen.”

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In anderen Fällen sei es der rote Nagellack der Frau, den der Mann zu auffällig findet. Die Frau möchte sich jedoch in ihrer Freiheit, das zu tragen, was sie möchte, nicht beschränken lassen.

Es sind banale Dinge, die sich jedoch auf viele Alltagssituationen übertragen lassen.

► Vielleicht stört euch, dass euer Partner sich zu Hause viel mit seinem Smartphone beschäftigt? Dass er nur sein Lieblingsessen einkauft? Dass er jeden Abend vor dem Sex stundenlang mit seiner Mutter telefoniert?

Am Ende sind es Kleinigkeiten, die dazu führen können, dass sich Menschen von ihrem Partner weniger geliebt fühlen. Diesen Kleinigkeiten solltet ihr jedoch auf den Grund gehen.

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Störende Angewohnheiten können Beziehungsprobleme schaffen. 

3. Seid ihr ehrlich zu euch selbst und zu eurem Partner? 

Wenn ihr euch über den Zustand eurer Beziehung klar werden wollt, weil ihr Trennungsgedanken habt, solltet ihr unbedingt ehrlich sein – zu euch selbst und zu eurem Partner.

“Wichtig ist in jedem Fall, sich erst einmal über die Streitpunkte klar zu werden”, empfiehlt Weiss. “Filtert das heraus, was sich immer wiederholt und seid dabei ehrlich zueinander.

Ich hatte ein Paar in der Praxis, das Probleme hatte, weil der Mann in einem Verein aktiv war, der gewaltbereit Umweltaktionen durchsetzen wollte. Seine Frau hielt ihm vor, nie für sie da zu sein – der eigentliche Grund ihrer Enttäuschung war jedoch die Art des Vereins, in dem ihr Mann aktiv war”, erzählt die Expertin.

Dabei sei es unglaublich wichtig, ehrlich zu sich selbst und zum anderen zu sein.

4. Haben sich die Werte deines Partners verändert?

Wenn sich Streitereien über ein und dasselbe Thema häufen, könnte es sein, dass sich eure anfangs ähnlichen Werthaltungen und Lebenseinstellungen im Laufe der Beziehung verändert haben. 

► Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass es Zeit für eine Trennung ist. 

“Es wird schwierig, wenn die Werte eines Paares auseinander driften, zum Beispiel die politische Einstellung, und diese Werthaltung einen neuen Einfluss auf den Lebensstil hat. Solche Probleme kann man fast nicht lösen”, erklärt Weiss der HuffPost.

Doch auch unterschiedliche Zukunftsvorstellungen könnten ein Grund für immer wiederkehrende Diskussionen und Streitigkeiten sein. 

In der Parship-Studie nannte jeder zehnte Befragte die unterschiedliche Zukunftsgestaltung als Grund, warum seine Beziehung zerbrochen ist.

Verändern sich die Einstellungen, Werte und Zukunftspläne einer Person drastisch, wird die Beziehung meist auf eine harte Probe gestellt.

5. Will ich um die Beziehung kämpfen?

Wenn euch auffällt, dass es vor allem Kleinigkeiten sind, die euch aneinander stören, habt ihr eine gute Chance, eure Beziehung zu retten. Doch auch dabei könnt ihr so einige Fehler machen. 

“Viele Paare lassen sich darüber beraten, ob sie sich überhaupt trennen lassen sollten”, sagt Weiss. “Davor versuchen sie dann, ihre Beziehung mit einem neuen Reiz zu kitten – sie schaffen sich ein Haustier an oder machen noch einmal gemeinsam Urlaub.”

Solche Maßnahmen seien jedoch eher ungeeignet, um eine Beziehung zu retten. 

“Sinn macht dann eine externe Begleitung – jedoch sollten Paare nicht einfach zum nächstbesten Therapeuten laufen, sondern einen Experten finden, mit dem sie gut klarkommen und dessen Methoden für sie passen”, empfiehlt Weiss. 

“Jeder sollte sich jedoch über eine Sache im Klaren sein: Ein Außenstehender kann die Beziehung nicht kitten, sondern lediglich den Weg dahin moderieren.”

Wer sich also Mühe gibt und helfen lässt, muss die Beziehung nicht gleich abschreiben, wenn es mal schwierig wird. 

Fragt euch lieber nach dem Grund für den enttäuschenden Zustand eurer Beziehung, werdet euch über eure Gefühle klar und sucht euch Unterstützung. 

(ak)