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12/03/2018 19:08 CET | Aktualisiert 12/03/2018 19:08 CET

Diebe geben gestohlene Ether an Coindash zurück

Hatten die Diebe etwa ein schlechtes Gewissen? Nachdem die Kryptoplattform Coindash insgesamt zwei Mal „ausgeraubt“ wurde und dabei mehrere tausend Coins der Kryptowährung Ether abhanden gekommen waren, jetzt eine positive Nachricht: Einen Teil des Diebesgutes erhielt die Plattform bereits im September 2017 zurück – im Februar 2018 kam es offenbar zu einer weiteren Rückgabe von 20.000 Ether Einheiten.

Coindash wurde 2x bestohlen - jetzt erfolgte die Rückgabe. Bildquelle: gualtiero boffi - 1026052384 / Shutterstock.com

Am 23. Februar 2018 gab die Handelsplattform Coindash bekannt, dass 20.000 Einheiten der Kryptowährung Ether auf der Wallet eingegangen sind. Abgesendet wurden die Einheiten von jener Adresse, die im Jahr 2017 von Hackern genutzt wurde, um Coindash um eine große Menge Ether zu erleichtern. Der Wert der zurück gezahlten Coins wird auf etwa 17 Millionen US Dollar geschätzt. Für Coindash ist dies nicht die erste positive Nachricht nach einem Diebstahl, denn bereits im September 2017 erhielt das Unternehmen eine Anzahl von 10.000 Ether Coins zurück. Damals belief sich der Wert auf insgesamt 3 Millionen US Dollar.

Wie kam es zu dem Diebstahl bei Coindash?

Das Unternehmen Coindash führte im Juli 2017 einen Initial Coin Offering, kurz ICO durch. Diese Maßnahme sollte dazu dienen, frisches Kapital am Markt einzusammeln. Wer Interesse hatte, den Coin zu erwerben, konnte Geld direkt auf die Wallet des Unternehmens transferieren. Was viele der Investoren nicht wussten, war, dass die Webseite von Coindash offenbar gehackt wurde und eine falsche Wallet-Adresse eingestellt wurde. Dies führte dazu, dass das Geld nicht an Coindash gesendet wurde, sondern an die Hacker, welche sich offenbar über einen großen Geldregen freuen durften.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass eine Anzahl von etwa 37.000 Ether entwendet wurden. Damals belief sich der Wert der entwendeten Anzahl auf etwa 7 Millionen US-Dollar – heute liegt er deutlich darüber.

Unter dem Strich betrachtet ist der Zeitpunkt der Rückgaben von weiteren 20.000 Einheiten der Währung Ether scheinbar kein Zufall. Zum 27. Februar 2018 wurde ein Launch der Coindash-Plattform durchgeführt und zwar komplett nach Plan.

Wie hat sich der Ether-Kurs seit Juli 2017 entwickelt?

Zum Zeitpunkt des Diebstahls war die Kryptowährung Ether deutlich preiswerter zu haben, als es heute der Fall ist. Der Preis je Einheit belief sich im Monat Juli 2017 auf einen Wert in Höhe von etwa 150 bis 200 Euro und damit um ein Vielfaches niedriger, als es heute der Fall ist. Im Dezember 2017 sowie zum Start in das Jahr 2018 ist der Preis der Ether-Währung deutlich angestiegen – siehe aktueller Ethereum Kurs. Zum Start in den Monat März 2018 liegt der Preis je Einheit bei etwa 700 Euro und damit mehr als drei Mal so hoch, wie es im Juli 2017 der Fall gewesen ist. Theoretisch hätten die Diebe also eine ordentliche Gewinnsteigerung genießen können. In der Praxis scheinen sie aber ein schlechtes Gewissen bekommen zu haben und jetzt einen großen Teil der Beute zurück zu zahlen.

Können sich Kryptowährungen in Zukunft als Zahlungsmittel durchsetzen?

Bereits in unserem November 2017 Beitrag haben wir über Kryptowährungen und über deren künftige Rolle als Zahlungsmittel berichtet. Damals wurde von einer Menge von etwa 800 Kryptowährungen weltweit ausgegangen. Inzwischen dürfte diese Zahl auf deutlich über 1.000 Kryptowährungen gestiegen sein. Die Akzeptanz der Kryptowährungen als Zahlungsmittel ist insgesamt sehr niedrig. In den meisten Fällen werden Kryptowährungen vermutlich als reines Spekulationsobjekt eingesetzt. Das bedeutet, dass Trader mit ihnen Geld verdienen möchten und ein sehr geringes Interesse daran besteht, die Kryptowährung als Zahlungsmittel zu nutzen. Auch Online Shops gibt es bisher noch nicht sehr viele, bei denen Kryptowährungen akzeptiert werden. Immer wieder gibt es jedoch Gerüchte darüber, ob zum Beispiel Amazon Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren wird.

Heftigen Gegenwind erhalten Kryptowährungen zum Beispiel aus der Politik. Hier wird inzwischen heftig darüber debattiert, ob eine Regulierung notwendig ist. Es gibt Berichte darüber, dass China Kryptowährungen komplett verbieten möchte – in Japan hingegen werden sie offiziell als Zahlungsmittel anerkannt.

Bildquelle: gualtiero boffi – 1026052384 / Shutterstock.com