ELTERN
08/05/2018 14:05 CEST | Aktualisiert 08/05/2018 15:56 CEST

Fieser Dieb klaut 5-Jährigem den Roller – jetzt sucht ihn halb München

Ein Student engagierte sich dabei besonders.

  • Einem 5-Jährigen wurde der Roller geklaut, den er sich von seinem eigenen Taschengeld gekauft hatte.
  • Ein Student hat öffentlich auf den Diebstahl aufmerksam gemacht und konnte eine großzügige Spende erzielen.

Klaut jemand dem eigenen Kind den Roller, gibt es für die Eltern meist nur wenige Optionen. Entweder sie machen eine Anzeige gegen Unbekannt, hoffen, den Roller wiederzufinden oder sie kaufen letztendlich einen neuen. 

Im Münchner Stadtteil Sendling ereignete sich eine ähnliche Situation. Der Roller eines Fünfjährigen wurde geklaut. Die Mutter oder der Vater des Jungen entschied sich daher, einen emotionalen Zettel an der Grundschule aufzuhängen, wo der Roller entwendet wurde. 

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Mit den Worten “Er (der Roller, Anmerk. der Red.) gehört meinem fünfjährigem Sohn und war erst 1 Tag vorher von seinem eigenen Taschengeld gekauft. Er ist sehr traurig und enttäuscht” richtete sich das betroffene Elternteil direkt an den Dieb. Und löste mit dem offenen Brief eine große Spendenaktion aus. 

“Der Bub tat mir unheimlich leid”

Nico Hilebrand-Thorbecke
Dieser emotionale Aufruf bewegte den Studenten zu einer selbstlosen Spendenaktion. 

 Als er gerade nachhause ging, fiel dem Student, Nico Hilebrand-Thorbecke, der Zettel auf. Nachdem er die traurige Geschichte gelesen hatte, habe ihm der kleine Bub unheimlich leid getan, sagte der 25-Jährige der Lokalzeitung “TZ”.

Daher habe er sich entschlossen, zu helfen und postete ein Bild des Briefes in dem Kommunikationsdienst “Jodel”. “Jodel” nutzen überwiegend Studenten und ist örtlich gebunden. Die User können sich mit der App in einem Radius von etwa zehn Kilometern anonym unterhalten. 

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Zahlreiche Jodel-Nutzer fühlten ebenfalls mit dem Jungen und entschieden sich daher, Spenden für einen neuen Roller zu sammeln. “Damit hatte ich nicht gerechnet, aber schon innerhalb der ersten Minuten kamen viele kleine Spenden rein”, erklärt Hilebrand-Thorbecke in einem Gespräch mit der HuffPost. “Ab diesem Moment wusste ich, wir schaffen das.”

Ein anonymer Spender sei besonders großzügig gewesen und habe sogar 100 Euro gegeben, erinnert sich der Student.

Durch seine Aktion konnte Hilebrand-Thorbecke insgesamt 140 Euro sammeln. 

Und somit den Neupreis des Rollers von 70 Euro deutlich überbieten. 

Alle Spender sollen das Geschenk übergeben

Ein Problem blieb jedoch weiterhin bestehen: Der Student konnte weder den Jungen noch das Elternteil ausfindig machen. Auf seinen Antwortzettel unter dem Originalbrief bekam der 25-Jährige keine Antwort und auch der Aufruf in der “TZ” blieb erfolglos. 

Es dauerte vier Tage, bis der erhoffte Anruf vom Vater des Jungen kam. Hilebrand-Thorbecke habe dem jedoch erst erklären müssen, dass der Vorfall so weite Kreise gezogen hatte und sogar in der Lokalpresse erschienen sei, erzählt der Student. 

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Der Vater sei völlig überwältigt von der großzügigen Spende gewesen.

Wie es mit dem Geld weitergehen wird, will Hilebrand-Thorbecke nicht alleine entscheiden. Deshalb habe er viele Spender kontaktiert: “Es ist ja nicht mein Geld. Aber ich glaube, dass wir dem Jungen davon den neuen Roller, einen Helm und ein Schloss kaufen werden”, sagt er. “Der nächste soll ihm nicht so schnell geklaut werden.”

Auch für die Geschenkübergabe hat sich der Student etwas ausgedacht: “In den nächsten Tagen werde ich mich mit dem Vater treffen – dazu möchte ich auch die anderen Spender einladen.” 

(nc)