POLITIK
14/05/2018 06:35 CEST | Aktualisiert 14/05/2018 07:13 CEST

Die USA eröffnen ihre Botschaft in Jerusalem: Diese 4 Dinge müsst ihr wissen

Die geplanten Proteste und die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation im Nahen Osten auf den Punkt gebracht.

AHMAD GHARABLI via Getty Images
Ein Israeli mit einer US-Flagge am Sonntag in Jerusalem.

Israel steht eine dramatische Woche bevor.

An diesem Montag eröffnen die USA ihre Botschaft in Jerusalem – und erwarten dazu Proteste und womöglich Ausschreitungen. 

Zudem feiert der Staat Israel am 14. Mai sein 70-jähriges Bestehen. Am Dienstag dann werden die Palästinenser der “Nakba”, der Katastrophe gedenken – ihrer Vertreibung im israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948. Auch hier wird mit Gewalt gerechnet. 

Alle Entwicklungen in Israel – auf den Punkt gebracht.

1. Mit welchen Protesten am Montag zu rechnen ist:

Der Umzug der US-Botschaft – bisher befand sie sich in der israelischen Hauptstadt Tel Aviv – war von US-Präsident Donald Trump Anfang Dezember beschlossen worden. Die Entscheidung löste heftige Kritik und Proteste aus. 

Am Montag nun wollen eine Million Menschen im Gazastreifen an der Grenze zu Israel protestieren. 

Auch in Ramallah werden Tausende bei einem Marsch durch die Stadt erwartet. Bei den palästinensischen Protesten werden gewaltsame Konfrontationen mit israelischen Soldaten befürchtet.

Schon vor Wochen haben die USA laut Berichten die Sicherheit an ihren Vertretungen in der arabischen Welt verstärkt. Wie der Sender CNN berichtet, hält das US-Außenministerium es für möglich, dass es am Montag auch zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt. 

Mehr zum Thema: “Krieg könnten die Menschen hier nicht verkraften”: Gaza-Gouverneur al-Frangi mahnt zu friedlicher Lösung in Palästina

2. Wer aus den USA in Jerusalem sein wird: 

Bereits am Sonntag feierten Repräsentanten aus den USA im israelischen Außenministerium die Einweihung der Botschaft. Hierzu war US-Finanzminister Steven Mnuchin an der Spitze einer großen Delegation in Israel angekommen.  

Auch die Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner sind am Sonntag und Montag in Jerusalem. US-Präsident Trump wird per Videobotschaft vertreten sein.

GALI TIBBON via Getty Images
US-Finanzminister Mnuchin, Jared Kushner und Ivanka Trump am Sonntag in Jerusalem.

3. Wie wahrscheinlich ist es, dass es zu Gewalt kommt? 

Leider ist das Eskalationspotenzial enorm. Seit Wochen kommt es am Gazastreifen zu Ausschreitungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Soldaten. 

Einer der Gründer der zivilen palästinensischen Protestbewegung “Großer Marsch der Rückkehr” sagte der “Welt”: “Ich rechne am Montag mit einem Massaker.”

Auch die israelische Seite bereitet sich laut Berichten auf Ausschreitungen vor.  “Es wird Blutvergießen geben”, sagte zuletzt Amos Harel, ein Sicherheitsexperte für die israelische Zeitung “Haaretz”, der “Sun”. “Die Frage ist nur, wie viel.”

Die radikal-islamische Hamas will am Montag den Grenzzaun im Gaza-Streifen durchbrechen. Das berichtet die “Welt” unter Berufung auf israelische Sicherheitsdienste. Weil die israelische Armee bei Demonstrationen scharfe Munition verwendet, ist dann mit Toten zu rechnen. 

4. Al-Kaida-Chef ruft zum Dschihad auf

Der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, hat Muslime vor der Einweihung der US-Botschaft zum Dschihad gegen die USA aufgerufen. Das berichtet das US-Unternehmen SITE, das sich auf islamistische Propaganda spezialisiert hat. 

Al-Sawahiri rief seine Anhänger auf, zu den Waffen zu greifen. Die Verlegung der US-Botschaft zeige, dass Beschwichtigungen und Verhandlungen im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zwecklos seien.

Auf den Punkt gebracht: 

Das Potential einer Eskalation bei der Einweihung der US-Botschaft ist enorm. Und auch nach diesem Montag ist die Gefahr von Ausschreitungen nicht gebannt.

(jg)