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12/06/2018 15:53 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 15:53 CEST

Die ligurische Riviera di Levante lockt mit malerischen Orten und zahlreichen Naturschönheiten

Die Küstenregion Ligurien ist gemessen an den Einwohnern die drittkleinste italienische Region und liegt im Nordwesten des Landes. Die Region ist mit einer abwechslungsreichen Landschaft und atemberaubenden Küstenabschnitten gesegnet. Touristen werden sowohl von den großen Nationalparks wie z. B. dem Parco di Portofino, zwei Meeresschutzgebieten sowie malerischen Küstenstädtchen entlang der Riviera di Levante m wozu auch die Cinque Terre zählt, angezogen. In Italien gibt es wohl nur wenige Orte, an denen sich die Mittelmeerküste so spektakulär zeigt wie in Ligurien. Zu den modänsten Küstenorten an der Riviera di Levante zählen Portofino, Santa Margherita Ligure und Sestri Levante. Sehenswerte historische Dörfer sind auch in der Meeresbucht des Golfo Paradiso. Zu den unmittelbar am Meer gelegenen Gemeinden zählt Camogli, wohl eines der schönsten Dörfer an der ligurischen Küste.

Santa Margherita: Vom ehemaligen Fischerdorf zum mondänen Ferienort gewachsen

Mit seinen rund 11.000 Einwohnern zählt Santa Margherita Ligure zwar zu den eher kleineren, dafür aber elegant-mondänen, Hafenstädtchen an der Riviera di Levante. Die Stadt befindet sich ungefähr 35 Kilometer von Genua entfernt und ist von den Hügelausläufern des Ligurischen Apennins umgeben. Santa Margherita Ligure liegt an der ligurischen Küste zwischen Portofino und Rapallo in einer Bucht der Riviera. Inmitten einer herrlichen Vegetation ist der charmante Ort inzwischen ein beliebtes Reiseziel.

Santa Margherita Ligure hat sich der derweil ganz auf Touristen eingestellt. Diese fühlen sich sowohl in höher- als auch niederklassigen Hotels sowie Ferienhäusern und Ferienwohnungen gut aufgehoben. Der Ort zeichnet sich durch eine Vielzahl Geschäften bzw. hochpreisigen Designer-Shops, Restaurants, Cafes und Bars aus. Auch der pompöse Jachthafen, wo neben einzelnen Fischerbooten auch viele Luxusyachten zu bewundern sind, deutet darauf hin, dass Santa Margherita sich vom Flair eines Fischerdorfes ein Stück weit entfernt hat. Gäste können diese Region vom naheliegenden Flughafen Genua – und von da aus entweder mit dem PKW oder mit dem Zug bereisen. Der Bahnhof von Santa Margherita befindet sich an der Bahnstrecke Pisa–La Spezia–Genua im Abschnitt zwischen Genua und La Spezia.

Portofino: Touristenmekka und Treffpunkt der Reichen Das Fischerdorf gehört sicherlich zu den schillerndsten und auch teuersten Pflastern an der ligurischen Küste. Seit jeher zieht es Aristokraten, Industrielle, Schriftsteller und Filmschauspieler in den famosen Zwerghafen zwischen grünen Berghängen, der blauen Bucht und den leuchtend bunten Farben der Fischerhäuser. Da Wohnungen mit Meerblick nur für Leute mit großer Brieftasche zu haben sind, kann es nicht verwundern, dass Portofino zu einem Eldorado der Superreichen wie z.B. die Familien Berlusconi und Pirelli geworden ist. Im relativ kleinen Hafen fahren stündlich Schiffe nach Santa Margherita, Camoglio oder San Fruttuosu. Durch die hohen Touristenzahlen stößt auch die Infrastruktur regelmäßig an ihre Grenzen. Sehenswert sind die Piazetta, das Castello Brown, welches auf einem Hügel thront, und die Kirche San Giorgio.

Sehenswerte Wanderungen im Parco di Portofino

Der Naturpark zählt zu den bekanntesten Parks in Italien. Er bietet ein interessantes Wegenetz für Wanderungen, wo Touristen zwischen verschiedenen Routen von leicht bis anspruchsvoll wählen können. Zu den sehenswerten und abwechslungsreichen Wanderungen zählen unter anderem die Touren von San Rocco über San Nicolo nach Battierie (ehemaliger Bunker) bzw. Punta Ciappa, von da aus hat man auch einen wunderschönen Blick auf Camogli sowie von Santa Margherita über Paraggi, Mulino del Gassetta nach Portofino und San Rocco über Pietre Strette nach San Fruttuosu mit Einkehrmöglichkeit im Molini Agririfugio. Die Mahlzeiten aus der Küche werden nach der lokalen Tradition der einfachen und unverfälschten Gerichte zubereitet. Die Genossenschaft bietet frische Produkte wie Olivenöl und Kräuterlikör aus dem eigenen Garten an, die auf den typischen Terrassenhängen Liguriens angebaut werden. Sehr reizvoll - aber zum Teil beschwerlich - ist der Wanderpfad hinab zum Benediktinerkloster San Fruttuoso. Die Abtei liegt mitten in der Bucht und direkt hinter dem kleinen Strand. Gleich daneben gibt es einige kleine Trattorias. In dem im Jahr 1050 erbauten Kloster befindet sich die Grabstätte der berühmten Doria-Familie aus Genua. Die Bucht von San Fruttuoso ist nicht über Straßen erreichbar, daher kommen Besucher lediglich zu Fuß oder mit der Fähre.

Ausflugstipp: Mulino (Mühle) del Gassettaund "La Portofinese" Die Mühle von Gassetta ist eine historische Mühle, die als Restaurant, Rastplatz, kleines Museum und Informationsquelle wieder zum Leben erweckt wurde, und das alles im geschützten Bereich des Parks von Portofino. Heute folgt dieses charmante Restaurant der Philosophie der "einfachen und lokalen" Küche, die es den Besuchern erlaubt, typische und schmackhafte traditionelle ligurische Rezepte zu probieren, die mit saisonalen lokalen Produkten direkt aus unserem Garten zubereitet werden. Hier können Gäste die traditionellen Rezepte entdecken, die im Laufe der Jahre überliefert wurden. Dank der Zusammenarbeit zwischen der Mühle von Gassetta und "La Portofinese" können die Besucher den Park von Portofino auf eine ganz neue Art und Weise erleben, unter anderem durch die Verkostung lokaler Produkte aus der Region, wie zum Beispiel das lokale Bier von La Portofinese oder der Zubereitung von Pesto Genovese. Für Touristen bietet La Portofinese neben der Gassetta-Mühle zudem sehenswerte Orte wie den Leuchtturm Faro di Portofino und den Öko-Bauernhof (Eco-Farm). Um dieses Projekt weiter auszubauen, sollen aufgegebene Flächen wiedergewonnen, traditionelle Anbaumethoden wieder aufgenommen werden, um damit eine Rückkehr zur Landwirtschaft und Viehzucht zu fördern, die sich in dieser Region seit Jahrhunderten bewährt hat, erklärt Tatiana Mason Niccolini, die dieses Projekt vorantreibt. Zudem wurden viele lokale Weinberge und Olivenhaine – die in den letzten 30-40 Jahren weitgehend aufgegeben wurden - wieder in Betrieb genommen. Wie Frau Niccolini betont, würden sämtliche Projektinhalte darauf abzielen, Portofino zum internationalen Vorbild für nachhaltigen Tourismus zu machen.

Hotels wie Villa Anita differenzieren sich mit familiären Flair

Wie überall in Italien sind auch die Hotels in Ligurien in vier mit Sternchen gekennzeichnete Kategorien eingeteilt, also vom Luxus-Hotel (5 Sterne) bis zum durchschnittlichen Zwei oder Drei-Sterne-Hotel. Obwohl sich die Sterne auf dem Komfort und nicht auf die Preise beziehen, sollten sich Touristen nicht allzu sehr von den Sternen leiten lassen. Auch niedrig eingestufte Hotels können höhergestufte durch Ausstattung, Flair, Gastlichkeit und Lage überlegen sein. Ein gutes Beispiel dafür ist das Hotel Villa Anita in Santa Margherita, ein etwas abseits der lärmenden Hauptstraße liegendes Drei-Stern-Hotel. Das Hotel, welches sich seit dem Bau im Jahr 1957 im Familienbesitz befindet, liegt unweit vom Hafen von Santa Margherita Ligure und grenzt an den Parco di Portofino. Seit 1978 wird das 12 Zimmer umfassende Hotel von ihr geführt, sagt Daniela Tarella. Inzwischen wird sie von ihrem Sohn Sandro unterstützt. Die stets hilfsbereite Besitzerin, die auch deutsch spricht, plant das Hotel in der nächsten Zeit um einige Zimmer und Apartments zu vergrößern. Ab Ende Oktober sollen mit den Umbauarbeiten begonnen und das Hotel sukzessive saniert werden.

Neben Hotels der Drei-Sterne-Kategorie wird das Angebot in Santa Margherita noch durch viele Hotels aus dem 4 Sterne-Segment abgerundet. Dazu zählen unter anderem das Hotel Continentale, Best Western Regina Elena, Lido Palace, Hotel Blu di Te, Park Hotel Suisse, Hotel Santa Margherita Palace sowie Metropole. Daneben bietet der Ort mit dem Imperiale Palace Hotel und Grandhotel Miramare noch zwei Hotels aus dem 5-Sterne-Segment. Während sich das historische Imperiale Palace Hotel über der Bucht von Santa Margherita liegt, befindet sich das Miramare mit seinem tropischen Garten und Salzwasserpool am Meer. In dieser Kategorie reihen sich auch das Belmont Hotel Splendido und Belmond Splendido Mare ein. Gäste haben in dieser Luxus-Unterkunft einen fantastischen Ausblick auf den Hafen von Portofino.

Ligurische Küche wird maßgeblich durch geografische und klimatische Begebenheiten bestimmt

Die ligurische Küche repräsentiert wohl am besten die kulinarische Tradition des Mittelmeeres; seit Jahrhunderten ist sie die “Heimat” des Olivenbaums, aus dem man das berühmte Olivenöl herstellt, das in fast allen ligurischen Spezialitäten und in der mediterranischen Küche vorhanden ist. Da alle vier ligurischen Provinzen unmittelbar am Meer angrenzen, ist die Küche sehr stark durch das Meer geprägt. Dazu gehören unter anderem frittierte Sardellen, Doraden, Fischsuppen und verschiedene gebackene Fischgerichte. Insbesondere unterscheidet sich die Gastronomie der Riviera di Levante von derjenigen der Riviera di Ponente, da sehr wenig Fleisch benutzt wird, weil der Boden keine ideale Kondition für die Züchtung bietet. Die ligurische Küche lässt außerdem viel Platz für verschiedene Focaccia (Fladenbrot)-Arten. Zum Essen wird oft der Wein der Region, der Vermentino, serviert. Dieser wird bisweilen mit den Trauben Albarola und Bosco – somit als Cuvee – angeboten. Zu den Restaurants, die die ligurische Küche in Santa Margherita präsentieren, zählen unter anderem das „La Darsena“ (s. nachfolgendes Foto), „La Cambusa“, „Il Patio“ und das „Da Pino“.