BLOG
06/12/2018 12:36 CET | Aktualisiert 06/12/2018 12:36 CET

Die erste eigene Wohnung – das muss man beachten

Fotolia / JenkoAtaman

Wer in die erste eigene Wohnung zieht, merkt schnell: Das ist gar nicht so einfach. Der Schritt will geplant sein. Man muss Möbel kaufen und den Umzug organisieren, einen Stromanbieter finden sowie Telefon und Internet anmelden. Außerdem muss man sich amtlich anmelden. Womöglich gibt es auch finanzielle Zuschüsse, doch die müssen erst beantragt werden.

Schon bei der Wohnungssuche muss man aufpassen

Am Anfang steht natürlich die Suche nach der passenden Wohnung für den neuen Lebensabschnitt. Im Vorfeld sollte man jedoch grundlegende Punkte klären. Möchte man lieber allein leben oder mit anderen zusammen – das ist die erste Frage. Eine Wohngemeinschaft kann Kosten sparen, aber im Alltag auch anstrengend sein. Zum Beispiel, wenn die Mitbewohner einen anderen Tagesablauf haben und lautstark feiern, wenn man schlafen oder lernen möchte. Letzteres Problem hat man in einer Einzelwohnung nicht. Aber dort kann es unter Umständen etwas langweilig sein. Und dann wünscht man sich vielleicht, dass ein chaotischer Mitbewohner ein wenig Trubel in der Küche veranstaltet. Im Endeffekt kommt es auf die persönlichen Vorlieben an. Und natürlich auf das Budget.

Wie viel Geld kann ich ausgeben?

Eine Faustregel besagt, dass man nicht mehr für die Bruttokalt-Miete ausgeben sollte als ein Drittel des monatlichen Einkommens. Tatsächlich sind die Mieten in den letzten Jahren allgemein angestiegen, vor allem in den Innenbezirken der Großstädte. Deshalb geben viele Haushalte heute mehr aus. Das hat eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung von 2017 ergeben. Demnach geben rund 40 Prozent aller Haushalte in deutschen Großstädten mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete aus. Betroffen sind laut Studie etwa 5,6 Millionen Haushalte. Das bedeutet unter dem Strich, dass zirka 8,6 Millionen Menschen in Deutschland nur wenig Geld für ihre Lebensführung bleibt. Betroffen sind insbesondere Menschen mit geringen Einkommen, so die Forscher.

Heute sind auch WG-Zimmer für Studenten teuer. Eine aktuelle Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts hat ermittelt, dass Studierende in 20 von 96 untersuchten Hochschulstädten deutlich mehr für ihre Lebenshaltungskosten ausgeben, als sie an BAföG-Zuschüssen erhalten können. Besonders teuer ist das Studentenleben demnach in München mit etwa 1.000 Euro pro Monat, gefolgt von Frankfurt am Main (885,- Euro) und Stuttgart (860,-).

Worauf muss ich noch achten?

Generell sollte man eine Wohnung suchen, die wirklich dem Einkommen entspricht. Nicht zuletzt weisen viele Vermieter Interessenten ab, die vergleichsweise wenig verdienen. Denn sie befürchten, dass der neue Mieter schnell in Zahlungsschwierigkeiten kommen könnte. Sparen kann man mit einer kleineren Wohnung oder indem man auf bestimmte Dinge verzichtet, zum Beispiel eine Badewanne oder einen Balkon. Wohnungen in Randbezirken der Stadt sind in der Regel günstiger. Denn dort steigen die Mieten deutlich langsamer. Mit einer guten Verkehrsanbindung kann man dennoch in kurzer Fahrzeit die Innenstadt erreichen.

Ein wichtiger Faktor ist natürlich auch die unmittelbare Umgebung – gibt es dort zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten? On man sich wirklich wohl fühlt, lässt sich aber erst vor Ort beurteilen. Deshalb sollte man mit dem Anbieter eine Besichtigung durchführen und dabei auf alle wichtigen Details achten.

Die Übergabe der neuen Wohnung

Ist die Wohnung gefunden, wird der Mietvertrag unterzeichnet. Zu beachten ist beispielsweise die Höhe der Kaution. Die darf laut aktueller Gesetzeslage nicht mehr als drei Monatsmieten betragen. Die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise drei Monate. Der Mieter muss zwar bestimmte Nebenkosten tragen, aber nicht alle. Zum Beispiel zahlt der Vermieter die Hausverwaltung. Und eine Pflicht zur Renovierung besteht nur unter ganz spezifischen Voraussetzungen. Dennoch versuchen manche Vermieter, solche Kostenfaktoren auf den Neumieter abzuwälzen. Deshalb sollte man sich zu diesem Thema genauer informieren, zum Beispiel bei einem der verschiedenen Mietervereine.

Nach der Vertragsunterzeichnung erfolgt die Wohnungsübergabe. Dabei muss in einem Protokoll genau aufgeführt werden, wie viele Schlüssel übergeben wurden und welche Stände die Zähler aktuell anzeigen, zum Beispiel für Strom, Wasser und Gas. Sollte es in der Wohnung Mängel geben, zum Beispiel Schäden an Türen oder Fenstern, dann muss das ebenfalls genau erfasst werden. Sonst kann es sein, dass der Mieter später für die Reparatur eines Schadens zahlen muss, den er gar nicht verursacht hat.

Umzug: selbst erledigen oder Profi beauftragen?

Nun sind die Formalitäten erledigt. Endlich geht es an das Einrichten der eigenen Wohnung. Passt das großzügige Sofa überhaupt in die Ecke im Wohnzimmer? Sollten da nur einige Zentimeter fehlen, kann das sehr ärgerlich werden. Bevor man anpackt und sich an den Umzug macht, lohnt es sich daher meistens, einen Stellplan für die Möbel zu erstellen. Auf diesem zeichnet man größere Möbel ein und probiert verschiedene Konstellationen aus. So vermeidet man unnötiges Schleppen oder Auseinanderschrauben.

Einen Umzug kann man durchaus aus eigener Kraft stemmen. Gute Freunde helfen meist gern dabei. Und ein Transporter lässt sich günstig mieten. Etwas anders ist es aber, wenn man schwere Möbel bewegen muss oder der neue Wohnort sehr weit entfernt ist vom alten. Dann lohnt es sich unter Umständen, ein professionelles Umzugsunternehmen zu beauftragen. Ein weiteres mögliches Problem: die Wohnung liegt in einem sehr hohen Stockwerk.

Heute nutzen viele Haushalte daher zum Umzug einen speziellen Aufzug, der die Möbel an der Fassade entlang hebt. Den bietet zum Beispiel die Möbellift Vermietung Berlin an. „Listen Sie auf, welches Mobiliar einen Lift braucht“, empfiehlt Christian Fehrmann, der Managing Director des Unternehmens. „Am Ende können Einzeltransporte teurer sein als der Stundensatz.“ Deshalb solle man den Arbeitsaufwand im Vorfeld genau berechnen.

Anmelden nicht vergessen!

Wenn die Umzugskisten in der neuen Wohnung angekommen sind, muss der Papierkram erledigt werden. Das ist zum Beispiel die Anmeldung bei der Meldebehörde, die innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Umzug erfolgen muss. Dafür muss man den Personalausweis vorlegen und eine schriftliche Bestätigung des Vermieters. Wer studiert, kann außerdem beim Studentenwerk der Hochschule einen Antrag BAföG stellen. Und wer eine Erstausbildung macht, kann einen Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe bei der Bundesagentur für Arbeit stellen. Wenn kein Anspruch auf diese Formen von Zuschüssen besteht, kommt womöglich dennoch ein Wohngeld-Zuschuss infrage. Den Antrag darauf kann man bei der zuständigen Wohngeldbehörde stellen.

Es gibt vieles zu beachten, wenn man “Hotel Mama” hinter sich lässt, um auf eigenen Füßen zu stehen. Doch mit ein wenig Planung und Hilfe von Familien und Freunden lassen sich diese Hürden überwinden.