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03/05/2018 09:02 CEST | Aktualisiert 08/05/2018 16:49 CEST

Die Bankenindustrie ist herausgefordert

Künstliche Intelligenz wird den Einsatz in der Finanzindustrie von Grund auf verändern.

Nikada via Getty Images
Künstliche Intelligenz wird den Einsatz in der Finanzindustrie von Grund auf verändern.

Zum einen kommen mit FinTech Unternehmen neue Wettbewerber auf den Markt, die oftmals schneller und flexibler agieren können. Zum anderen fordern Kunden vermehrt personalisierte Services und maßgeschneiderte Angebote. Bankkunden möchten gut und passgenau beraten werden und über ihren bevorzugten Kanal mit ihrem Finanzinstitut kommunizieren.

Keinesfalls möchten sie stundenlang, nicht einmal minutenlang in der Warteschleife des Call Centers ihrer Bank warten müssen, bevor sie die gewünschte Information erhalten. Auf der anderen Seite werden von den Beratern detaillierte Kenntnisse aller Produkte sowie ein maßgeschneidertes Portfolio für jeden Kunden erwartet. Häufig fehlt ihnen aber bei der Vielzahl der Aufgaben die Zeit, sich ihnen ausführlich zu widmen.

Künstliche Intelligenz wird den Einsatz in der Finanzindustrie von Grund auf verändern. Dazu gehört auch kognitives Computing. Es optimiert und beschleunigt Geschäftsprozesse.

Darüber hinaus bietet kognitives Computing eine bessere, schnellere und personalisierte Erfahrung für Privat- und Firmenkunden. In vielen Fällen werden Bots eingesetzt – also Software, die Anfragen automatisiert basierend auf vorher gespeicherten Antwortszenarien bearbeitet – um kognitives Computing in Unternehmen einzuführen.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich der Kundenservice durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz verbessern lässt:

● Die Royal Bank of Scotland (RBS) setzt Bots mit künstlicher Intelligenz ein, um so ihren Kunden schnellere und bessere Services anbieten zu können. Langes Warten in der Call Center-Schlange oder am Rechner hat damit ein Ende.

● Capital One hat einen Chatbot eingeführt, mit dem sich Kontoinformationen über Text-Nachrichten abrufen lassen. Kunden können außerdem Kreditkartenzahlungen per Smartphone vornehmen.

● Die Bank of America kommuniziert mit ihren Kunden mithilfe eines Bots über die Facebook Messenger Plattform. Dies sind nur einige Beispiele von Banken, die Bots einsetzen, um ihren Kunden einen besseren Service zu bieten und ihre Loyalität erhöhen zu können.

Im Zeitalter der digitalen Transformation ist es enorm wichtig, schnell auf die kontinuierlichen Veränderungen zu reagieren. Agile FinTechs, die nicht über Jahrzehnte gewachsene Infrastrukturen und Prozesse verfügen, treiben diesen Wandel ebenso voran wie die wachsenden Erwartungen der Kunden. Gleichzeitig wird das regulatorische Umfeld immer strikter.

Dazu gehören Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) wie auch Eigenkapitalvorschriften (Basel II) oder neue Datenschutzverordnungen (EU-DSGVO). Diese Verordnungen führen zwangsläufig zu komplexeren Prozessen innerhalb der Bank, aber auch zu zusätzlichen Aufgaben für die Berater.

Gerade große Institute verarbeiten enorme Datenmengen, auf denen die Routineprozesse für Finanzberichte und gesetzliche Auflagen basieren. Diese regelbasierten, repetitiven Prozesse sind ideal für den Einsatz von und die Verarbeitung durch Robotic Process Automation. Berichte oder andere Dokumentationen lassen sich dadurch nicht nur schneller abarbeiten, die automatische Bearbeitung senkt auch das Fehlerrisiko.

Ein weiterer Vorteil sind niedrigere Kosten hinsichtlich der Regelkonformität. Mit der Einbettung von künstlicher Intelligenz in Compliance-Anwendungen sparen Banken circa 30 Prozent an Kosten ein. Darüber hinaus bietet künstliche Intelligenz auch das Potenzial, das Geschäftswachstum anzukurbeln, das Kundenengagement zu erhöhen und ihnen nachhaltige Werte zu bieten.