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29/07/2018 17:06 CEST | Aktualisiert 29/07/2018 17:06 CEST

Die 10 häufigsten Todesursachen: Daran sterben die Deutschen

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Halb durchgelaufene Sanduhr

Dank der Wissenschaft und dem hohen Standard der medizinischen Versorgung, können wir uns auf ein hohes Alter freuen. Die Lebenserwartung in Deutschland steigt Jahr für Jahr an. Heute neu geborene Menschen werden im Durchschnitt 83 Jahre alt. Trotzdem müssen wir alle irgendwann einmal das Zeitliche segnen. Doch woran sterben wir eigentlich? Wir haben für Sie die Rangliste der häufigsten Todesursachen zusammengetragen.

Platz 10: Schlaganfall

Unter dem Schlaganfall versteht man die plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns, die einen länger andauernden Ausfall wichtiger Funktionen des Zentralnervensystems zur Folge hat. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und es kann zu schwerwiegenden Folgeschäden kommen.

Das Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem Alter überproportional an. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sind dabei über 75 Jahre alt.

Platz 9: Darmkrebs

Bösartige Neubildungen des Darms gelten in Deutschland als zweithäufigste Krebserkrankung. Werden diese zu spät erkannt, kann Darmkrebs sehr schnell zum Tod führen.

Besonders in den Industrieländern hat die Anzahl der Neuerkrankungen in den letzten 30 Jahren sichtbar zugenommen. Männer sind dabei etwas häufiger betroffen als Frauen. Unsere zunehmend fettreichere Ernährung und übermäßige Kalorienzufuhr bei geringem Ballaststoffgehalt stellen dabei erhöhte Risikofaktoren dar.

Platz 8: Brustkrebs

Hauptsächlich sind es Frauen, die an Tumoren der Brustdrüse erkranken. Brustkrebs ist damit die Krebserkrankung, an der mehr Frauen sterben als an allen anderen Formen von Krebs.

In Deutschland schätzt man die durch Brustkrebs bedingten Todesfälle derzeit auf 17.460 pro Jahr. Verglichen mit den Ländern des globalen Südens ist die Erkrankungsrate verhältnismäßig hoch. Das kann jedoch zum einen auf bessere diagnostische Möglichkeiten in den Industrieländern zurückgeführt werden. Zum anderen ermöglichen unsere medizinischen Standards gute Überlebenschancen, wohingegen die Lebenserwartung in einkommensschwachen Ländern deutlich geringer ist.

Platz 7: Hypertensive Herzkrankheit

Als hypertensive Herzkrankheit wird die Erkrankung des Herzens in Folge von chronischem Bluthochdruck verstanden. Bei jahrelangem Bluthochdruck muss das Herz mehr Arbeit leisten und ist damit einer ständigen Zusatzbelastung ausgesetzt. Der Herzmuskel verdickt sich und es kann keine ausreichende Durchblutung mehr erfolgen. Dadurch wird das Herz geschwächt. Auch andere Organe können in Folge dessen nicht mehr ausreichend versorgt werden und Funktionsstörungen des gesamten Körpers treten auf.

Platz 6: Demenz

Auf Platz 6 der häufigsten Todesursachen liegt die Demenz. Sie zählt zu den psychischen Krankheiten. Durch degenerative Veränderungen im Hirngewebe kommt es vor allem im höheren Alter zu einer Beeinträchtigung des Denkapparats. Betroffene verlieren nach und nach wichtige Denkfähigkeiten, was Beeinträchtigungen der sozialen Funktionen zur Folge hat.

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Betroffen sind vor allem Menschen über 65 Jahren. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit verlieren die Patienten zunehmend die Fähigkeit zu essen und zu trinken. Die dadurch resultierenden Folgen der Unterernährung und Austrocknung führen letztendlich zum Tod.

Platz 5: COPD

Die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung umfasst eine Gruppe von Krankheiten, die die Lunge betreffen. Dabei kommt es zu einer Einschränkung der Atemstromstärke, die mit Husten, Auswurf und Atemnot einhergeht.

In Deutschland leiden rund 6,8 Millionen Menschen an COPD. Als häufigste Ursache der Erkrankung gilt das Rauchen. Der Krankheitsverlauf ist oft schleichend und wird von vielen Betroffenen gern verharmlost. Laut WHO wird die Erkrankung im Jahr 2020 sogar auf Platz 3 der Todesursachen steigen. Eine Heilung gibt es bisher nicht.

Platz 4: Herzinsuffizienz

Je älter eine Gesellschaft ist, desto mehr Menschen haben Probleme mit dem Herzen. Ab einem Alter von 75 Jahren erhöht sich das Risiko, an Herzschwäche zu leiden, auffallend. Dabei sind es vor allem Frauen, die häufiger an Herzinsuffizienz sterben als Männer. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die Symptome bei beiden Geschlechtern unterscheiden.

Frauen leiden häufiger an diastolischer Insuffizienz und Männer an systolischer. Bei der systolischen Herzinsuffizienz verschlechtert sich die Pumpleistung wohingegen sich bei der diastolischen die linke Herzkammer schlechter ausdehnt. Die systolische Variante äußert sich deutlicher in Form von Atemnot und Müdigkeit und ist zudem besser zu behandeln.

Platz 3: Lungenkrebs

Die bösartige Neubildung der Bronchienzellen nimmt mit über 40.000 Todesfällen in Deutschland Platz 3 der Todesursachen ein. Auch für Lungenkrebs nimmt man Rauchen als primäre Ursache an. Derzeit sind vor allem Männer stärker betroffen als Frauen. Man geht jedoch davon aus, dass durch den angestiegenen Tabakkonsum unter Frauen in den nächsten Jahren eine Angleichung erfolgt.

Die Krankheit wird oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt oder es werden die ersten Anzeichen verdrängt. Die Heilungsrate ist dementsprechend gering.

Platz 2: Herzinfarkt

Beim Herzinfarkt werden Teile des Herzmuskels nicht mehr richtig durchblutet. Dies wird in den meisten Fällen durch ein Blutgerinnsel in den Herzkranzgefäßen verursacht. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 49.000 Menschen in Folge eines Herzinfarkts. Bei Frauen ist der Herzinfarkt sogar auf Platz 1 der Todesursachen.

Dank des medizinischen Fortschritts sink die Anzahl der Todesfälle nach einem Herzinfarkt kontinuierlich. Je früher die Symptome erkannt werden und je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser stehen die Überlebenschancen.

Platz 1: Koronare Herzkrankheit

Die Haupttodesursache in Deutschland ist die koronare oder auch ischämische Herzkrankheit. Ähnlich wie bei einem Herzinfarkt wird die Erkrankung durch verstopfte Arterien verursacht. Ablagerungen an den Wänden der Herzkranzgefäße beeinträchtigen die Durchblutung der Herzmuskulatur. Mit Fortschreiten der Krankheit erhöhen sich auch die Risiken für Folgeerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz sowie Herzinfarkt.

In Deutschland sterben jährlich rund 76.000 Menschen an den Folgen der koronaren Herzkrankheit.