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29/11/2018 13:21 CET | Aktualisiert 29/11/2018 16:11 CET

"Scheiß Rumgeheule!": DHL-Mitarbeiter wütet bei Twitter gegen Kunden

Das Unternehmen prüft nun arbeitsrechtliche Konsequenzen.

  • Auf Twitter sorgt eine Nachricht des offiziellen Accounts des Paketlieferanten DHL für Aufregung.
  • Ein Mitarbeiter der Presseabteilung hatte sich in einer Antwort auf eine Kundenbeschwerde sehr arg im Ton vergriffen.

“Die einzige Scheiße hier, ist Ihr Rumgeheule!” Diese ruppige Antwort bekam ein Kunde des Paketlieferdienstes DHL auf seine Beschwerde, die er auf Twitter veröffentlicht hatte.

Es ist wohl nicht die Reaktion, die sich der Kunde erhofft hatte – und noch weniger eine Reaktion, die man von einem großen deutschen Unternehmen erwarten würde. Häufig halten die Mitarbeiter der Presseabteilungen und des Kundenservices vorgefertigte Standardantworten parat.

Doch in diesem Fall wurde es dem DHL-Mitarbeiter offenbar zu viel. Der Kunde hatte sich mit einem erzürnten Tweet an den Konzern gewannt – in dem er bereits ausfällig wurde (Hinweis: Der Tweet wurde mittlerweile gelöscht):

“Was soll so eine Scheiße? Wann wartet auf ein Produkt was man braucht und erstmal wird die Website nicht aktualisiert und soll heute noch kommen und dann eine Stunde zuvor die Email das es verspätet.. Wenn man schon feste Daten sagte.. sollte man diese einhalten (Alle Fehler im Original).

Der DHL-Service antwortete dann wie bereits eingangs geschildert: 

“Die einzige Scheiße hier, ist Ihr Rumgeheule! ‘Voraussichtlich’ (wie es nachweislich von uns angegeben und im Standardversand üblich ist) als ‘feste Daten’ wahrzunehmen, grenzt schon sehr an Realitätsverlust. Und jetzt zurück zu Mami an die Brust!”

DHL prüft arbeitsrechtliche Konsequenzen

Die HuffPost bat DHL um eine Stellungnahme. Ein Konzernsprecher teilte mit, betreffende Reaktion des eigenen Mitarbeiters und der Umgang mit dem Kunden “massiv gegen alle unsere Grundsätze zum höflichen, sachlichen und konstruktiven Umgang mit Kundenanfragen und Beschwerden” verstößt.

Zugleich entschuldigte sich der Lieferdienst bei dem Kunden. Man prüfe zudem “arbeitsrechtliche Konsequenzen”, der betroffene Mitarbeiter werde “ab sofort” nicht im Kundenservice arbeiten. 

“Ich gratuliere dir” 

Im Internet gibt es hingegen auch Verständnis für die Wut des Mitarbeiters.

► “Ich gratuliere dir”, kommentiert ein Nutzer, “das war gerade dein erster Schritt zur Selbstbefreiung”.

Ein anderer Nutzer machte darauf aufmerksam, dass der Mitarbeiter wohl nicht mehr allzu lang bei dem Unternehmen beschäftigt sein dürfte:

► “Wenn social media manager sich am letzten arbeitstag so richtig hart gönnt.”

Auch einige Unternehmen mischten sich humorvoll in das Wortgefecht ein. So schrieb der Schokoriegelkonzern Snickers Deutschland an den DHL-Account schlicht und einfach:

► “Iss nen Snickers...”

Zur Verteidigung des Mitarbeiters bleibt zu sagen, dass sich Service-Mitarbeiter häufig mit wenig konstruktiven Beschwerden herumschlagen müssen – wie auch in diesem Beispiel.

Der Kunde, der die Schimpftirade begann, amüsierte sich am Ende aber über die zahlreichen Kommentare.

(mf)