NACHRICHTEN
28/07/2018 17:58 CEST

DFB diskutiert hinter den Kulissen Verschwörungstheorien zu Özil

Beweise haben die Funktionäre nicht.

  • Innerhalb des DFB kursiert offenbar eine Verschwörungstheorie zum Ausscheiden Özils.
  • Angeblich habe man vor der Entscheidung über den Austragungsort der EM 2024 gezielt den DFB-Chef beschädigen wollen.
  • Eine Zusammenfassung der unbewiesenen Vorwürfe seht ihr im Video oben.

Innerhalb der Führungsriege des Deutschen Fußball-Bundes geht man offenbar davon aus, dass Mesut Özils Berater Erkut Sögüt die treibende Kraft hinter den drei Statements des Spielers zum Rückzug aus der Nationalmannschaft war. Das berichtet der “Spiegel” nach Gesprächen mit namentlich nicht näher genanntem Führungspersonal.

Die Zitierten mutmaßten demnach, es sei kein Zufall, dass Özil nur DFB-Chef Reinhard Grindel des Rassismus bezichtigt habe und nicht auch etwa den Teammanager Oliver Bierhoff.

DFB hält einen Sport-Lobbyisten für verdächtig

“Wir stehen kurz vor der Entscheidung um die EM2024-Bewerbung. Unser Gegner ist die Türkei, und Grindel ist das Zugpferd unserer Bewerbung. Gerade ihn zu beschädigen, womöglich zu versuchen, einen so großen öffentlichen Druck zu erzeugen, dass er von sich aus sein Amt niederlegt, würde unsere Bewerbung in eine Krise stürzen.”

Beim DFB argwöhnt man, der britische Sport-Lobbyist Mike Lee arbeite für die Türkei, den Konkurrenten Deutschlands um die Austragung der EM 2024. Und dieser Lee habe Verbindungen zu Sögüt.

Beweise für diese schweren Vorwürfe hat man beim DFB offenbar nicht, auch die Rechercheure des “Spiegel” haben nichts gefunden.

DFB hält einen Sport-Lobbyisten für verdächtig

Die Theorie, dass jemand dem DFB habe schaden und dem türkischen Fußball habe nutzen wollen, ist nicht neu. Auch CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hatte sie kürzlich vorgebracht. Auch er ohne jeden Beweis.

Özil äußert sich nicht mehr zum Thema, auch sein Berater Sögüt schweigt.

Kenner der Szene wie der Berater von Bundestrainer Joachim Löw, Harun Arslan, gehen davon aus, dass Özil inhaltlich hinter den Statements steht.

Bei der Formulierung, einem höchst geschliffenen Englisch, dürfte nach allgemeiner Auffassung allerdings der in London lebende Berater maßgeblich gewesen sein.