POLITIK
17/07/2018 14:45 CEST | Aktualisiert 17/07/2018 15:28 CEST

Deutschland feiert Präsidentin Kroatiens – dort kommt schlimmer Vorwurf auf

"Sie hat jedes Maß verloren", heißt es zuhause.

Jean Catuffe via Getty Images
Kolinda Grabar-Kitarovic freute sich sehr – auch über den zweiten Platz der kroatischen Nationalmannschaft bei der WM.
  • Kroatiens Präsidentin hat viele Menschen in Deutschland mit ihrem emotionalen Auftritt beim WM-Finale begeistert. 
  • In Kroatien fielen die Reaktionen gemischt aus. 

Sie eroberte die Herzen der Fußball-Fans im Sturm. 

Am Sonntag fieberte Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic zunächst auf der Tribüne mit. Während der Siegerehrung bei strömenden Regen im Moskauer Stadion umarmte und herzte die 50-Jährige dann so enthusiastisch die kroatischen Nationalspieler, dass man als Zuschauer fast vergaß: Kroatien hatte das Finale gerade 4:2 gegen die Franzosen verloren. 

Zuschauer waren begeistert von soviel Sportsgeist und Herzlichkeit. “Wenn ich groß bin, heirate ich die kroatische Präsidentin”, schrieb ein deutscher Twitter-Nutzer. Die “Bild”-Zeitung schwärmte von “Knutschović und lobte das strahlende Lächeln der Politikerin. 

► In ihrer Heimat ist der Auftritt beim WM-Finale aber alles andere als wohlwollend kommentiert worden. 

“Sie hat vergessen, ihre Würde zu bewahren”

► Der Kolumnist Tomislav Klauski schrieb: “Sie hat jedes Maß verloren. Bei ihr haben die Bremsen versagt. Sie hat ein Spektakel veranstaltet, wo immer sie auftrat.”

► Die größte kroatische Boulevardzeitung “24sata” zitierte am Dienstag heimische Kommunikationsexperten: “Sie hat vergessen, ihre Würde zu bewahren”.

► “Gut, dass (nach dem WM-Finale) Regen einsetzte, sonst hätte sie auch noch die Balljungen geküsst”, merkte ein Kommentator des nationalen Fernsehens an.

Noch viel negativer berichteten die Zeitungen im Nachbarland Serbien, das traditionell durch Krieg und Geschichte ein gespanntes Verhältnis zu Kroatien hat. “Unwiderstehlich oder beschwipst”?, fragte die prominente Zeitung “Blic”. “Die betrunkene Kolinda war ein größerer Stern als die ‘Karierten’ (die Nationalmannschaft)”, schrieb die Boulevardzeitung.

Grabar-Kitarovic sagte hinterher über ihren Auftritt: “Ich wollte mich nicht zurückhalten.”

Mit Material der dpa.

(lp)