POLITIK
18/01/2019 10:07 CET | Aktualisiert 18/01/2019 10:07 CET

AKK, Nahles & Co. flehen Brexit-Briten an: "Wir wollen, dass ihr bleibt!"

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TOBIAS SCHWARZ via Getty Images
Auch Annegret Kramp-Karrenbauer richtet sich an die Briten: "Wir wollen, dass sie bleiben!"

Es ist ein leidenschaftlicher Brief an die Briten: Die Parteichefs der CDU, der SPD, der Grünen sowie weitere deutsche Spitzenpolitiker und Konzernchefs legen Großbritannien in einem Schreiben den Verbleib in der Europäischen Union nahe. 

► Zwar heißt es in dem Brief, der der britischen “Times” vorliegt, auch: “Wir wollen, dass die Briten wissen, dass wir ihre Wahl respektieren.”

► Die Verfasser fügen jedoch hinzu: “Aber auch die Briten sollten wissen, dass wir glauben, dass keine Wahl unumkehrbar ist. Unsere Tür wird immer offen bleiben: Europa ist die Heimat.”

► Am Ende des Schreibens zählen die Unterzeichner auf, was sie an Großbritannien vermissen würden und schließen mit den Sätzen: 

“Wir würden Großbritannien als Teil der Europäischen Union vermissen, besonders in diesen schwierigen Zeiten. Deshalb sollten die Briten wissen: Von ganzem Herzen wollen wir, dass sie bleiben.”

Warum der Brexit-Brief von AKK & Co. wichtig ist: 

Der Brief kommt zu einer kritischen Zeit im Brexit-Prozess. Die britische Premierministerin Theresa May spricht gerade mit Abgeordneten aller Parteien, um einen Kompromiss im Brexit zu finden. Das Unterhaus hatte den bereits mit der EU verhandelten Austrittsvertrag abgeschmettert

Nun scheint auch ein weicher Brexit mit einer näheren Bindung Großbritanniens an die EU möglich. Oder gar der Verbleib in der EU über ein zweites Referendum.  

Mehr zum Thema: Wie die Brexit-Gegner für den Verbleib in der EU kämpfen – und wie ihre Chancen stehen

Wer den Brexit-Brief initiiert hat: 

Der Brief stellt nicht die offizielle Haltung der Bundesregierung dar. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem Scheitern des Austrittsvertrag betont, es bleibe immer noch Zeit zum Verhandeln. Außenminister Heiko Maas (SPD) schloss am Donnerstag ein zweites Referendum aus: “Dafür gibt es derzeit keinerlei Anzeichen.”

Der Brief sei allerdings auch von der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, womöglich der nächsten Kanzlerin, unterzeichnet, betonte die “Times” in ihrem Bericht. 

Die Kampagne hinter dem Brief wird laut der Zeitung von Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, und der Grünen-Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner angeführt. 

Zu den Unterzeichnern gehören auch Daimler-Chef Dieter Zetsche und Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Mit Material der dpa.