POLITIK
13/03/2019 17:27 CET | Aktualisiert 13/03/2019 20:30 CET

Deutsche Brexit-Unterhändlerin rechnet brutal mit Großbritannien ab

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Bloomberg via Getty Images
Die stellvertretende EU-Brexit-Unterhändlerin Sabine Weyand (Archivbild). 

► Sabine Weyand ist die deutsche Stellvertreterin des EU-Brexit-Chefunterhändlers Michel Barnier. Der “Guardian” veröffentlichte am Mittwoch scharfe Äußerungen von Weyand über die aktuellen Brexit-Entwicklungen aus einem geschlossenen Treffen von EU-Diplomaten. 

► Dass das britische Unterhaus am Dienstag einmal mehr den Austrittsvertrag ablehnte, trotz Zugeständnissen der EU, zeige: Das Parlament sei “von der Realität losgelöst”, betonte Weyand. 

► Über die Abstimmung des Unterhauses am Mittwoch, einen Brexit ohne Vertag auszuschließen, sagte Weyand laut dem “Guardian”: Diese Abstimmung sei “als würde die Titanic dafür stimmen, dass der Eisberg aus dem Weg verschwinden soll”. 

► Auch eine kurze Brexit-Verschiebung hält Weyand für unmöglich. Änderungen am ausgehandelten Austrittsvertrag von London und Brüssel würden Jahre brauchen. 

Warum die Brexit-Aussagen von Weyand wichtig sind: 

Am Dienstag hat das britische Unterhaus den ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU zum zweiten Mal abgelehnt. An diesem Mittwoch werden die Abgeordneten darüber abstimmen, ob Großbritannien die EU ohne Vertrag verlassen soll. Es wird erwartet, dass das Unterhaus diese Option ablehnt.

In diesem Fall müsste Großbritannien zunächst um eine Verschiebung des Brexits bitten, der für den 29. März vorschrieben ist. Eine kurzfristige Verschiebung gilt bei den EU-Staatschefs als möglich, Änderungen am Austrittsvertrag hat die EU bisher ohnehin ausgeschlossen. Die Äußerungen von Weyand zeigen, warum. 

Entscheidend nun ist: Was würde die britische Regierung mit der zusätzlichen Zeit anfangen wollen?