LIFESTYLE
26/04/2018 18:02 CEST

Therapeut beschießt depressives Mädchen mit Pfeilen – der Effekt ist erstaunlich

"Ich mochte mich ein wenig mehr."

KatarzynaBialasiewicz via Getty Images
Mit seiner ungewöhnlichen Therapiemethode erzielte Paul Erfolge (Symbolbild).
  • Ein Mädchen schreibt offen über ihre Therapieerfahrung
  • Mit einer ungewöhnlichen Methode löste der Therapeut die Bloggerin von ihren Selbstzweifeln

Wer unter Depressionen leidet, hat heutzutage die Möglichkeit unter den unterschiedlichsten Therapieverfahren auszuwählen. Eine der gängigsten Behandlungsmethoden ist die Kombination aus Medikation und Psychotherapie.

Auch ein junges Mädchen teilte unter dem Decknamen “Anarchetypal” (untypisch) auf der Blogging-Plattform “Tumblr” ihre persönliche Erfahrung mit einem Therapeuten, der sie durch eine ungewöhnliche Methode von ihrem Selbsthass befreite.

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“Paul ist meiner Meinung nach einer der besten Männer überhaupt”

Die junge Frau, deren echter Name nicht veröffentlicht wurde, schreibt über ihren Therapeuten Paul, bei dem sie im Sommer 2016 eine Woche lang in Therapie verbrachte. 

Bereits zu Beginn habe er sich nie mit ihrem “Bullshit”zufriedengegeben.

“Paul ist meiner Meinung nach einer der besten Männer überhaupt.”

Diese erstaunliche Erkenntnis erlangte die Bloggerin durch eine noch kuriosere Methode, die der Therapeut Paul an ihr anwandte: Er beschoss das Mädchen mit Schaumpfeilen.

“Wirst du mich mit einer Spielzeugpistole abschießen?”

Zu Beginn der Therapiestunde habe das Mädchen, wie üblich, “scheiße” über sich geredet. Dann habe sie jedoch ihr Therapeut unterbrochen und ihr erklärt, dass er eine neue Methode haben würde, welche den Menschen verdeutlichen solle, wenn diese schlecht über sich reden würden.

Zuerst habe sich das Mädchen gedacht, dass der Therapeut Paul ruhig seine “zuckersüßen Selbsthilfemethoden” auspacken solle, denn diese würden wie immer ein Buch oder ein Artikel sein. 

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“Doch dann öffnete Paul die Schublade, holte etwas heraus und drehte sich wieder zu mir um. Ich starrte”, erzählte “Anarchetypal”.

“Ich sagte: ‘Paul, ist das eine Nerf Gun (Spielzeugpistole mit Schaumpfeilen)?’”

″‘Yeah’, sagte Paul”

“Wirst du mich mit einer Spielzeugpistole in diesem professionellem Umfeld abschießen?”

″‘Das hängt wirklich von dir ab, nicht?’ sagte er zu mir.”

Keine schlechten Worte, keine Schaumpfeile

Das Mädchen habe dann das Gespräch fortgeführt und wie üblich schlecht über sich geredet. Doch als das erste böse Wort “Idiot” über sie selbst fiel, habe sie etwas an ihrem Bein gespürt. 

►“Ein Schaumpfeil traf mich am Bein.”

“Hey” habe die Bloggerin zu ihrem Therapeuten gesagt, doch dieser habe nur ruhig zurückgeblickt.

“Ich sagte zu ihm: Langsam, das ist kein idiotisches Thema, ich bin kein Idiot, aber es ist frustrierend und ich will nicht, dass es ein Problem für mich bleibt.”

Dies war die erste Aussage, in der das junge Mädchen sich selbst nicht runtergemacht hatte. Auch habe es für dieses Statement keinen Schaumpfeil gegeben.

“Ich mochte mich selbst ein wenig mehr”

Den Rest der Stunde sei die Bloggerin in regelmäßigen Abständen mit Pfeilen beworfen worden. Sie habe geflucht und immer wieder versucht, ihre Wortwahl anzupassen. 

►“Man kann es kaum glauben: Am Ende der Stunde hatte ich sogar angefangen mich selbst ein wenig mehr zu mögen – was äußerlich ärgerlich war, weil Paul das erkannte und sehr selbstzufrieden wirkte.” 

Als das Mädchen Pauls Büro verlassen habe, sei bereits die nächste Patientin hineingegangen. Die Bloggerin habe noch gehört, wie die Patientin den Therapeuten gefragt habe, was denn da auf dem ganzen Boden verteilt sei.

“Paul sagte dann mit ernster Miene: ‘Kognitive Verhaltenstherapie-Mittel’.”

Ihre offene und ehrliche Geschichte bewegte zahlreiche User und wurde mehrmals in der Blogger-Community geteilt geteilt.

(ks)