POLITIK
03/04/2018 17:06 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 12:42 CEST

Linken-Abgeordneter Dehm wegen "Strichjungen"-Äußerung zu Maas unter Druck

Maas sei ein "gut gestylter Nato-Strichjunge", hatte er gesagt.

  • Linken-Politiker Dieter Dehm gerät nach seiner Aussage auch in den eigenen Reihen unter Druck
  • Er hatte Außenminister Heiko Maas einen “gut gestylten Nato-Strichjungen” genannt
  • Oben im Video seht ihr eine Zusammenfassung der wichtigsten Infos

Außenminister Heiko Maas (SPD) sei ein “gut gestylter Nato-Strichjunge”.

Wegen dieser Aussage gerät der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm nun auch in der eigenen Partei unter Druck. Sein Parteichef kritisiert ihn scharf, ein Kollege fordert sogar seinen Parteiausschluss.

Die Aussage gehe “stark unter die Gürtellinie”

Dehms Aussage, Maas sei ein “gut gestylter Nato-Strichjunge”, gehe “stark unter die Gürtellinie”, sagte Parteichef Bernd Riexinger der Nachrichtenagentur AFP.

Der Berliner Linken-Politiker Oliver Nöll fordert sogar den Parteiausschluss des Bundestagsabgeordneten.

Laut einem Bericht der “Mitteldeutschen Zeitung” schreibt Nöll in einem Brief an die Bundesschiedskommission, Dehm habe “dem Ansehen der Partei in der Öffentlichkeit schweren Schaden zugefügt”. Dies sei “fortlaufend über Jahre zu beobachten”.

“Keine adäquate Umgangsweise”

Dehm hatte Maas Presseberichten zufolge wegen seiner Äußerungen zur Affäre um den Russland angelasteten Nervengift-Anschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal kritisiert.

Es sei “erbärmlich”, dass der frühere Justizminister Maas den Rechtsgrundsatz im Zweifel für den Angeklagten umdrehe und von Russland Beweise dafür verlange, unschuldig zu sein.

In diesem Zusammenhang sprach Dehm deshalb von einem “gut gestylten Nato-Strichjungen”.

Dies sei “selbstverständlich keine adäquate Umgangsweise”, kritisierte Riexinger. Weiterhin fügte der Parteichef hinzu:

“Ich glaube aber, dass man durch die öffentliche Aufmerksamkeit, die man Diether Dehm zollt, diese Äußerungen auch noch aufwertet.”

Und dies sei laut Parteichef Bernd Riexinger “doch nicht nötig”.