ELTERN
05/04/2018 11:37 CEST | Aktualisiert 10/04/2018 08:17 CEST

Deutschland: Nach 36 Jahren findet Mutter ihr tot geglaubtes Kind wieder

Die kleine Maria wurde in der DDR zwangsadoptiert.

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Nach 36 Jahren hat Heidi erfahren, dass ihre Tochter lebt (Symbolbild). 
  • 1981 hat eine Frau eine Tochter in einem Leipziger Krankenhaus auf die Welt gebracht
  • Kurz nach der Geburt wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Tochter tot sei – jetzt stellte sich heraus, dass sie zwangsadoptiert wurde

“Wir haben viel nachzuholen”, sagt Heidi, die ihren vollen Namen nicht verraten will. Gerade haben sich sie und ihre Tochter Maria wieder gefunden. Nach 36 Jahren. Eigentlich dachte Heidi, ihre Tochter sei tot. 

1981 lag Heidi in einem Leipziger Krankenhaus und brachte ihre Tochter zur Welt. Damals war sie minderjährig. Kurz nach der Geburt nahm man ihr das Baby weg. Die Begründung: Das Kind sei krank. Das berichtet “MDR Aktuell”.

Heidi sei nach Hause geschickt worden. Nach wenigen Wochen habe ihre Mutter ihr dann mitgeteilt: Dein Kind ist gestorben. 

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Doch im November 2017 stellt sich heraus: Heidis Tochter – Maria – ist wohl auf und suchte bereits seit drei Jahren nach ihrer Mutter.  

Maria wurde in der DDR zwangsadoptiert

Heidi bekam vom Jugendamt in Leipzig eine Anfrage, ob sie ihr Kind sehen möchte, wie der “MDR” berichtet. “Ich hab erstmal überlegt. Ich dachte, die ist tot. Dann ist sie es doch nicht? Na klar will ich die sehen”, erzählt Heidi dem Nachrichtenportal. 

Nach fast vier Jahrzehnten sahen sich Mutter und Tochter endlich wieder. 

Leider sind Heidi und Maria nicht die einzigen, die solch ein Schicksal teilen. Denn in der DDR soll es viele Zwangsadoptionen gegeben haben. 

Petition für bessere Aufklärung bei Zwangsadoptionen

Auf Facebook gibt es die Gruppe von Betroffenen der DDR-Zwangsadoptionen. Sie haben bereits 1500 Mitglieder. Und auch die Interessengemeinschaft “Gestohlene Kinder der DDR” will versuchen, solche Fälle aufzudecken. Um dies zu erleichtern, reicht sie laut “MDR” am Donnerstag eine Petition in den Bundestag ein. 

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Betroffene Eltern sollen in Zukunft die Suche nach ihren Kindern erleichtert werden, fordert die Organisation. Denn bisher dürfen nur die Adoptierten Einsicht in den Geburtseintrag erhalten. Und auch erst ab 16 Jahren. Eltern haben dazu bisher kein Recht, schreibt das Nachrichtenportal. 

Gut, dass Maria den Mut hatte, sich selbst auch die Suche nach ihrer Mutter zu machen. Sonst würden die beiden bis heute nichts voneinander wissen. 

(ks)