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16/08/2018 12:35 CEST

Dating-Service muss Frau 14.000 Euro zahlen, weil sie keinen Mann fand

Sie suchte einen reichen Mann für sich und ihre Kinder.

simpson33 via Getty Images
Die Dating-Website hätte verheimlich, wie viele Männer wirklich aktiv den Service nutzen. (Symbolbild)
  • Ein britisches Gericht hat einer Nutzerin Recht gegeben, die eine Dating-Agentur wegen des Männermangels verklagt hatte. 
  • Die 47-Jährige suchte einen reichen Mann als Vater für ihre Kinder, konnte ihn jedoch nicht finden. 

Ein Londoner Gericht hat entschieden, dass die Elite-Dating-Agentur “Seventy Thirty” der 47-jährigen Londonerin Tereza Burki jetzt umgerechnet etwa 14.000 Euro bezahlen muss.

Wie die britische Zeitung “The Guardian” berichtete, bekam Burki Recht, weil nur etwa 100Männer den Service aktiv nutzen würden, die Firma aber mit einer hohen Zahl von Männern geworben hätte. 

Sie suchte einen “Mann von Welt”

Die dreifache Mutter hat sich 2013 beim Dating-Service “Seventy Thirty”  angemeldet, weil sie ein viertes Kind wollte. Die Anforderungen waren laut ihrem Profil hoch: Sie suchte ihren “Traummann” und den “Vater ihrer Kinder”, einen “Mann von Welt”, am besten aus der Finanzbranche, der einen “gehobenen Lebensstil” pflegt und offen dafür sei, “international zu reisen”.

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Offenbar hatte sie das Angebot der exklusiven Dating-Seite überzeugt: Sie bezahlte umgerechnet über 13.000 Euro für die Aufnahme in das Netzwerk. Dieses Geld muss “Seventy Thirty” Burki nun wegen Betrugs zurückerstatten – und zusätzlich knapp 600 Euro Bußgeld wegen des “Stresses” zahlen. 

Der Manager der Dating-Agentur, Lemarc Thomas, habe behauptet, dass eine große Zahl geeigneter Männer auf “Seventy Thirty” eine Partnerin suchten, sagte Richter Richard Parker in seiner Urteilsbegründung laut Nachrichtenportal.  Dabei hätte das Netzwerk insgesamt nur etwa 100 aktive männliche Nutzer. “Eine keinesfalls hohe Zahl”, habe der Richter fortgeführt.

Akuter Männermangel

“Wenn Frau Burki gewusst hätte, wie groß die tatsächliche Zahl aktiver männlicher Mitglieder ist, hätte sie sich nicht bei ‘Seventy Thirty’ angemeldet”, habe der Richter begründet.

Aber auch “Seventy Thirty” bekommt Geld. Wegen einer despektierlichen Google-Bewertung müsse Burki knapp 6000 Euro bezahlen.

“Seventy Thirty” sei entgegen der Behauptungen Burkis nämlich nicht grundsätzlich Betrug. Sie hätten Burki lediglich eine akute Männerflaute verschwiegen.

“Es gibt einfach nicht tausende reiche, hochkarätige Singles”

Hätte der Manager der Nutzerin vorab erklärt, dass die Datenbank nicht nur aktiv suchende Männer enthält, sondern auch viele passive, die auf ein gutes Angebot warten würden, hätte Burki keinen Grund gehabt, sich zu beschweren, habe der Richter fortgeführt.

Die Gründerin von “Seventy Thirty”, Susie Ambrose, sagte “The Guardian”, dass Burkis Anforderungen ″überzogen und unrealistisch” seien und sie falsche Vorstellungen davon gehabt habe, wie viele Männern die Agentur ihr vorstellen könne. 

“Wir sind ein exklusiver Nischen-Service. Es gibt einfach nicht tausende reiche, hochkarätige Singles. Burki hat im Gericht ja selbst zugegeben, dass sie die Geschäftsbedingungen nie gelesen hat”, erklärte die Gründerin dem Newsportal.

Der Richter sah das ein wenig anders und sagte in der Urteilsbegründung laut “The Guardian”: “Derjenige, der behauptet hat, dass man Glück nicht kaufen kann, wusste nicht, wo man einkauft. In diesem Fall geht es um eine Frau, die ihr Liebesglück suchte und mit falschen Versprechungen dazu gebracht wurde, im falschen Geschäft einzukaufen.” 

(nc)