POLITIK
22/03/2018 08:54 CET

Datenskandal um Facebook: Politiker sehen Demokratie bedroht

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Facebook, die Datenkrake in unserer Mitte. 

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat in dem Skandal um mutmaßlichen Datenmissbrauch zwar Fehler eingeräumt und sich auch entschuldigt – sein Unternehmen gerät dennoch immer stärker in die Defensive.

Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) kündigte an:  “Das europäische Facebook-Management muss zu diesem Skandal umfassend gegenüber der Bundesregierung Stellung beziehen.”

► Es sei nicht hinnehmbar, dass Nutzer in sozialen Netzwerken “gegen ihren Willen ausgeleuchtet werden, um sie ganz gezielt mit Wahlwerbung oder Hass gegen den politischen Gegner zu bombardieren”, kritisierte sie. Solche Methoden seien eine Gefahr für die Demokratie.

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Justizministerin Barley (SPD).

► Die EU-Justizkommissarion Vera Jourová warnte, in dem Fall gehe es nicht nur um den Schutz persönlicher Daten, er habe “massive Auswirkungen” auf die demokratische Debatte und Wahlen.

Darum ist der Facebook-Datenskandal wichtig:

Der Datenskandal hat das weltgrößte soziale Netzwerk extrem unter Druck gebracht und verlor mehrere Milliarden Dollar Börsenwert.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica sich unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffen konnte.

Die Firma soll im US-Wahlkampf entscheidend dabei geholfen haben, mit als Werbung geschalteten gezielten Botschaften bei Facebook Anhänger des heutigen Präsidenten Donald Trump zu mobilisieren und zugleich potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen.

Was ihr noch über den Fall wissen müsst:

Der Facebook-Chef versprach, die Nutzerdaten besser zu schützen. Ein Großteil der von ihm dafür angekündigten Maßnahmen zielt darauf, den Zugriff von App-Entwicklern einzuschränken.

► So sollen Facebook-Apps, die man drei Monate lang nicht genutzt hat, automatisch die Zugangsberechtigung verlieren. Zuckerberg schrieb: “Ich habe Facebook gestartet und am Ende des Tages trage ich die Verantwortung dafür, was auf unserer Plattform geschieht.”

In einem Interview mit dem Sender CNN fügte er hinzu, dieser Verantwortung wolle er sich - falls nötig - auch vor dem Kongress stellen und dort aussagen.