POLITIK
19/06/2018 23:36 CEST | Aktualisiert 20/06/2018 11:42 CEST

Das Waisenkind, das der erste schwarze Bundestagsabgeordnete wurde

Karamba Diaby erzählt von seinem Weg aus dem Senegal nach Deutschland.

Karamba Diaby wäre nie in den Sinn gekommen, dass sein Leben so laufen würde, wie es nun eben lief. So schreibt er es auf seiner Homepage. Diaby wurde 2013 der erste schwarze Abgeordnete im Bundestag und er ist es immer noch. 

Er stammt aus Marsassoum, einer kleinen Gemeinde im Süden des Senegal. Diaby wächst als Waisenkind in der Familie seiner älteren Schwester auf, die ihn “wie den eigenen Sohn” großzog, sagt er. “Ihr verdanke ich sehr viel.”

Im Jahr 1985, da ist Diaby Mitte 20, geht er mit einem Stipendium in die damalige DDR und studiert dort Chemie, wird später in Geoökologie promoviert.

Als er in die DDR kam, so sagte er es dem Onlinemagazin “Jung und Naiv”, fühlte er sich das erste mal frei. Das klinge ungewöhnlich, aber er sei einfach frei von finanziellen Sorgen gewesen. 

Auch nach dem Studium bleibt er in Halle, arbeitet bei gemeinnützigen Organisationen und im Arbeits- und Sozialministerium Sachsen-Anhalt, wird Stadtrat 2013 Bundestagsabgeordneter für die SPD und stellvertretender Vorsitzender im Menschenrechtsausschuss. 

  • Der Senegal im Jahr 1985: Seit 1982 gibt es eine Konföderation mit Gambia, das wie in Dorn in den Senegal hineinragt, und dem Senegal, genannt Senegambia. Der Zusammenschluss wird nur bis 1989 halten.
  • Die DDR im Jahr 1985: Die im Krieg zerstörte Semper-Oper in Dresden wird wiedereröffnet.

“Das verdanke ich meiner Familie und den vielen Menschen, die an mich glauben und mich unterstützen. Dankbarkeit empfinde ich für eine der verantwortungsvollsten Aufgaben, die eine Demokratie überhaupt zu vergeben hat”, schreibt er.

Er lebt offenbar so gern mit seiner Familie in Halle, dass er seit 32 Jahren die Stadt nicht für länger als vier Wochen verlassen hat. Im Video für die HuffPost sagt formuliert er es so: “Halle ist meine Heimat.” 

Mehr zum Thema:  Was es für SPD-Politiker Diaby bedeutet, in einer rechten Hochburg Wahlkampf zu machen

(ben)

1980 bis 1989