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28/12/2017 08:27 CET | Aktualisiert 09/01/2018 16:31 CET

Das steckt hinter dem verstörenden Plakat, das derzeit vor vielen H&M-Filialen hängt

“Wir erwarten: Bereitschaft zu Überstunden 80 h / Woche”

  • Die anonyme Künstlerin/der Künstler “Dias Irae” sorgte bereits in der Vergangenheit für Aufsehen
  • Das Ziel: Die Werbung großer Firmen manipulieren und das Unternehmen kritisieren
  • Die Kampagne gegen H&M seht ihr oben im Video

In den sozialen Netzwerken sind sie dieser Tage wieder häufiger zu sehen: Fotos von Plakaten, die auf den ersten Blick aussehen wie Stellenanzeigen der Modekette H&M. Aufgenommen beispielsweise vor Filialen der Modekette oder an öffentlichen Haltestellen. Tatsächlich aber sind es Anklagen gegen den schwedischen Konzern, mit massiven Vorwürfen.

Hungerlohn und Naturzerstörung

“H&N”, in den bekannten roten Buchstaben, stehe für “Hungerlohn und Naturzerstörung”. “Wir bieten: Einblicke in die Fast-Fashion-Wegwerf-Industrie” sowie diverse miese Arbeitsbedingungen. “Wir erwarten: Bereitschaft zu Überstunden 80 h / Woche”.

Die Plakate stammen von der Gruppe “Dies Irae”, lateinisch für “Tage des Zorns”. Es ist eine Gruppe von sogenannten Ad-Bustern. Also Leuten, die Werbung bekannter Marken verfälschen, um Kritik an den Firmen zu üben.

Klage gegen die Aktion

Im Dezember schrieb “Dies Irae” auf Facebook, H&M gehe nun strafrechtlich gegen die Aktivisten vor, wegen übler Nachrede, Verleumdung und Nötigung.

H&M bestätigte die Strafanzeige auf Anfrage der HuffPost.

Die Aktion scheint nun, nachdem sie 2016 gestartet wurde, über Weihnachten wieder aufgenommen worden zu sein.

H&M muss sich immer wieder rechtfertigen

H&M nahm im August auf seiner Internetseite allgemein zu Vorwürfen über einen angeblich schlechten Umgang mit Mitarbeitern Stellung und betonte, im Konzern gebe es gerechte Entlohnung, vernünftige Arbeitszeiten und Gewerkschaftsfreiheit. Außerdem arbeite man daran, die Bedingungen für die Zulieferer etwa in Bangladesch zu verbessern.

Mitarbeiter der Modekette berichteten in der “Zeit” allerdings noch im Herbst von prekären Arbeitszeitmodellen und psychologischem Druck in der Arbeit.

“Dies Irae” legt sich regelmäßig mit den ganz großen Konzernen an. So verspotteten sie 2015 Coca Cola wegen der “grünen” Cola, die nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auch nicht gesünder ist als die klassische.