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14/12/2017 20:59 CET

Das Deutsche Rote Kreuz sammelt zurzeit wieder Spenden - mit grenzwertigen Methoden

Kleine Flunkereien beleben das Weihnachtsgeschäft.

Richard Baker via Getty Images
Deutsches Rotes Kreuz
  • Für wohltätige Organisationen ist der Dezember der wichtigste Monat
  • In keinem anderen Monat kommen so viele Spenden zusammen 
  • Um an Geld zu kommen, greift das Deutsche Rote Kreuz zum Teil auf grenzwertige Methoden zurück

Wohltätige Organisationen haben in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur.

In keinem anderen Monat kommen so viele Spenden zusammen wie im Dezember. Laut dem Deutschen Spendenrat sind es rund doppelt so hohe Beträge wie in anderen Monaten. 2016 waren es 1,2 Milliarden Euro.

Und so verwundert es kaum, dass zu dieser Jahreszeit vermehrt wohltätige Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an Türen klingeln, um auf Spenden-Jagd zu gehen. Besonders wichtig sind ihnen dabei die Gruppe der Dauerspender. Also Spender, die regelmäßig einer Organisation Geld überweisen, zum Beispiel in jährlichen Zahlungen.

Um den sinkenden Zahlen der Dauerspender entgegenzuwirken, verwendet das “DRK” zum Teil grenzwertige Methoden.

Die Spendenwerber sind meistens gar keine Sanitäter 

So schickt das rote Kreuz etwa keine Angestellten oder gar Sanitäter, sondern Mitarbeiter von Subunternehmen an die Haustüren. Meist verkleidet als Sanitäter.  

Die Mitarbeiter der beauftragten Agentur werden nur mit der nötigen Arbeitskleidung des “DRK” ausgestattet, berichtet die “Welt”. Diese Täuschung erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen die Tür öffnen. 

Dazu kommt: Diese vermeintlichen Sanitäter arbeiten auf Provisionsbasis. Das heißt, je mehr Verträge sie abschließen, umso mehr Geld verdienen sie. Und um möglichst viele Verträge abschließen zu können, nehmen sie es mit der Wahrheit nicht so genau, wie verschiedene Medien berichten.

“Es handelt sich um eine einmalige Spende”

Das geht bei harmlos wirkenden Aussagen wie “Alle Ihre Nachbarn haben schon unterschrieben“ los. Dass es jedoch noch schlimmer kommen könne, räumte der Vize-Chef des Ulmer DRK-Kreisverbandes gegenüber der “Welt” ein: “Wir bekommen dann Anrufe von Bürgern, dass ein Fuß in der Tür stand. Oder dass der Werber sagte, es handele sich um eine einmalige Spende anstatt um eine Dauermitgliedschaft.“

Diese Methoden beschränken sich jedoch nicht nur auf das “DRK”. Wie die “Welt” berichtet, deckte der “SWR” ebenso bei den “Johannitern” sehr fragwürdige Methoden auf. So versuchten Werber durch die Erzeugung von Angst, Menschen zu Spenden zu bewegen. “Ohne Unterstützung werde vielleicht bald der Rettungsdienst nicht mehr gewährleistet sein, warnten sie.”

(lp)