LIFESTYLE
12/04/2018 16:51 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 12:24 CEST

Darum kostet diese niedergebrannte Bruchbude fast 1 Million Dollar

Was für ein tolles Schnäppchen.

  • Der Immobilienmarkt im US-Bundesstaat Kalifornien ist vollkommen überteuert 
  • Wie absurd die Preise mittlerweile sind, zeigt eine Verkaufsanzeige für ein vollkommen verwahrlostes Haus in der Nähe von San Francisco
  • Oben im Video: Dieser Münchner lebte im Zug – weil er sich die Miete nicht leisten konnte 

Das Haus liegt in einer der besten Gegenden der Stadt San Jose an der kalifornischen Küste, mitten im Silicon Valley und nur knapp eine Autostunde von den Firmenzentralen von Facebook und Google entfernt. 

Der Zaun ist schäbig, der Garten verwahrlost. Die Fassade ist heruntergekommen, der Dachstuhl offensichtlich ausgebrannt. 

Es ist eine absolute Bruchbude, die die Maklerfirma Sereno Group anbietet. Doch der Kaufpreis liegt bei mindestens 799.000 US-Dollar. Bieten mehrere willige Käufer, könnte der Preis schnell auf 1 Million oder sogar noch höher steigen.

Die Maklerin findet den Preis noch günstig

Der Stadtteil Willow Glen in San Jose nahe der Großstadt San Francisco ist laut der lokalen Nachrichtenseite “San Francisco Gate” einer der umkämpftesten Immobilienmärkte der USA.

Die verantwortliche Maklerin, Holly Barr, schreibt in ihrer Anzeige deshalb, die von ihr angepriesene Immobilie sei doch eigentlich total günstig zu haben und eine “tolle Möglichkeit, euer Traumhaus zu bauen”.

Schließlich seien umliegende Häuser in der Nachbarschaft für 1,6 Millionen US-Dollar verkauft worden. Die ausgebrannte Hütte soll dagegen als echtes Schnäppchen wirken.

“Menschen müssen hier in Anhängern und Zelten wohnen”

Das Problem: Anhand des durchschnittlichen Preises für Häuser im Silicon Valley stimmt das sogar. Etwas mehr als 1,1 Millionen US-Dollar ist ein Haus hier laut einer aktuellen Analyse der Maklerfirma Zillow wert. 

799.000 US-Dollar sind da im Vergleich tatsächlich günstig – zumal für Käufer wahrscheinlich nur das gut gelegene Grundstück interessant ist und nicht die Bruchbude, die darauf steht. 

Am grundsätzlichen Problem in der Region ändert das jedoch nichts: Sie ist für Normalsterbliche schlichtweg unbewohnbar geworden.

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“Das überrascht mich nicht”, sagte Teresa Alvarado, die Direktorin der San Francisco Bay Area Planning and Urban Research Association (SPUR) dem Magazin “Newsweek” angesichts der dreisten Anzeige. “Die Preise hier sind für so viele, die hier überleben wollen, einfach nicht bezahlbar.”

Viele Leute würden alles versuchen, um irgendwie ein Dach über dem Kopf zu finden. Alvarado sagte “Newsweek”: “Die Menschen sind gezwungen, in Anhängern, Zelten oder ihren Autos zu leben.” 

Eben weil sie sich nicht einmal eine ausgebrannte Ruine zum Wohnen leisten können. 

(ujo)