LIFE
29/11/2018 09:21 CET

Darum fängt euer Partner nach dem Sex manchmal an zu weinen

Tränen nach dem Sex sind gar nicht selten.

AntonioGuillem via Getty Images
Scheinbar grundlos fangen Menschen manchmal an, nach dem Sex zu weinen – dahinter steckt ein Phänomen.
  • Einige Menschen haben ihn schon einmal erlebt: Einen Tränenausbruch direkt nach dem Sex.
  • Das Phänomen nennt sich Postkoitale Dysphorie – und kann vielfältige Gründe haben.

Gerade noch hattet ihr leidenschaftlich Sex – im nächsten Moment beginnt euer Partner zu weinen. Ein solcher Stimmungswechsel kann ganz schön verwirren.

Automatisch stellt sich der Partner wohl die Frage: War der Sex wirklich so schlecht?

Doch in den meisten Fällen ist das nicht der Grund für die Tränen. Das Phänomen nennt sich Postkoitale Dysphorie und sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu beobachten. 

Mehr zum Thema: Frauenärztin: Vor dem Sex solltet ihr diese 4 Dinge keinesfalls tun

Knapp die Hälfte aller Frauen und Männer hat es schon einmal erlebt

Die Postkoitale Dysphorie gilt als eine Sexualfunktionsstörung. Laut der Ärztezeitung haben Betroffene nach dem Sex “das Gefühl, ohne erkennbaren Grund traurig zu sein” und spüren “eine erdrückende Melancholie, aber auch plötzliche Angst oder grundlose Aggression und Wut”.

Psychologen aus Australien und der Schweiz haben das Verhalten schon vor einigen Jahren untersucht und herausgefunden: Tränen nach dem Sex sind gar nicht selten.

Das Team fragte 230 Studentinnen nach ihren Erfahrungen damit. Und siehe da: Knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen (46 Prozent) gab an, postkoitale Dysphorie schon einmal erlebt zu haben.

In einer neueren Studie befragten die Wissenschaftler 1208 Männer nach dem Phänomen. Auch hier gaben 41 Prozent der Befragten an, postkoitale Dysphorie am eigenen Leib gespürt zu haben.

Habt ihr selbst schon einmal grundlos nach dem Sex geweint, müsst ihr euch also erstmal keine Sorgen machen.

Missbrauchsopfern passiert es öfter

Bricht ein Partner nach dem Liebesspiel jedoch öfters in Tränen aus, könnte es  sinnvoll sein, dem Verhalten auf den Grund zu gehen.

Die Forscher fanden in ihrer Studie nämlich ebenfalls heraus: Frauen, die in ihrer Kindheit Missbrauch erlebt haben und Frauen mit anderen sexuellen Problemen überkam die Dysphorie nach dem Sex häufiger.

Schlimme prägende Erlebnisse kommen dann nach dem Geschlechtsverkehr wieder an die Oberfläche und führen zu Trauer.

Es kann viele Gründe geben

Sind Missbrauchserfahrungen der Grund für den Tränenausbruch oder auch nicht: In jedem Fall solltet ihr mit eurem Partner kurz über den Zwischenfall sprechen.

Vielleicht realisiert euer Gegenüber nach dem Sex auch, dass es ein Fehler war, mit euch ins Bett zu steigen. Vielleicht hatte euer Partner Schmerzen beim Sex  – dann sollte das Problem unter Umständen mit einem Arzt geklärt werden.

Und vielleicht gibt es einfach keinen tieferen Grund. Dann solltet ihr euer Gegenüber trösten und, wenn erwünscht, fest in den Arm nehmen.

(ujo)