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02/12/2018 22:38 CET

Daniel Küblböck: Jetzt erhebt der Vater des Sängers schwere Vorwürfe

“Ich bin der Meinung, man hätte es ohne weiteres verhindern können."

HuffPost Germany
Daniel Küblböcks Tod bewegt noch immer viele Menschen. 
  • Sänger Daniel Küblböck ging vor drei Monaten über Bord der “Aidaluna”.
  • Nun sprach sein Vater erstmals über das Verschwinden in einem Live-Interview mit Günther Jauch. 

In der Nacht zum 9. September 2018 war Daniel Küblböck von Bord der “Aidaluna” gesprungen und gilt seither als verschollen. Mittlerweile gehen die Behörden von Selbstmord aus.

Drei Wochen vor seinem vermuteten Todessprung hat ein Arzt laut dem “Spiegel” eine schizophrene Psychose bei Sänger Daniel Küblböck diagnostiziert. 

Erstmals sprach nun sein Vater, Günther Küblböck, am Sonntagabend in dem RTL-Rückblick “2018: Menschen, Bilder, Emotionen” in einem Live-Interview über das Verschwinden seines Sohnes.

Küblböck glaubt, seinem Sohn hätte noch geholfen werden können. Was mit Daniel geschehen ist, ist in den Augen des 54-Jährigen staatlich unterlassene Hilfeleistung. 

Günther Küblböck ist sich sicher, dass Daniel den Sprung nicht geplant hatte

Günther Küblböck sagte im Interview, dass Daniel ein sehr positiver Mensch voller Tatendrang gewesen sei. “Er hat das Leben geliebt,” sagte er. Im Gespräch mit Günther Jauch betonte der Vater, dass er einen geplanten Suizid ausschließt:

“Ich bin mir ganz sicher, dass es nur in einer Psychose passieren konnte und ich bin mir ganz sicher, dass Daniel da nichts geplant hat.”

Sichtlich mit sich kämpfend erzählte er Jauch von der Hilflosigkeit, die er in den letzten Monaten gespürt habe. Er wusste vor dem Reiseantritt seines Sohnes von dessen starken Psychosen und den Symptomen einer Schizophrenie.

“Man fühlt sich nicht nur machtlos, man ist auch machtlos”, sagte Küblböck. Er habe sich an die Polizei, das Ordnungsamt, ein Betreuungsgericht, Ärzte an Bord der Aida und den Kapitän des Schiffes gewandt.

Doch alle Warnungen seien zwecklos gewesen – das entsetze ihn bis heute. 

Günther Küblböck wünscht sich ein Umdenken

Der 54-Jährige ging daher mit einer wichtigen Bitte in das Live-Interview, welches auch sein letztes über seinen Sohn sein soll.

Er wolle kein öffentliches Interesse, da ihm und seiner Familie dies nun nichts mehr bringe. Viel mehr forderte Günther Küblböck ein Umdenken im Umgang mit psychischen Erkrankungen, das besonders Familienmitgliedern ein Eingreifen ermöglich.

Denn die hätten keine Chance, solange der Betroffene zu keiner Behandlung bereit sei. 

“Die wenigsten können ihre Lage einschätzen, besonders nicht bei Psychosen und Schizophrenie,” erklärte der 54-Jährige.

“Ich bin der Meinung, man hätte es ohne weiteres verhindern können. Und das zeigen auch genügend andere Fälle, die nicht so bekannt sind wie unserer. Ein Umdenken wäre wichtig. Und zwar vor allem ein politisches. Das muss in der höchsten politischen Ebene passieren, um Familien zu ermöglichen, frühzeitig einzugreifen.”

Daniel Küblböck ließ sich in seinen Psychosen nicht helfen und seiner Familie waren die Hände gebunden. Nun hofft diese, dass es anderen Familien nicht so ergehen muss, wie ihr. 

Hinweis der Redaktion: Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

 

Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr). 

(jg)