ENTERTAINMENT
11/09/2018 12:59 CEST

Daniel Küblböck: Kalkofe hat Botschaft an Sänger und kritisiert TV-Geschäft

"Warum all die Wut und all der Hass, weil jemand anders ist?"

Jens Kalaene/dpa-Zentralbild
Comedian Oliver Kalkofe kritisierte in einem Facebook-Post das Fernsehgeschäft stark.
  • Seit dem 9. September wird Ex-DSDS-Star Daniel Küblböck vermisst.
  • Jetzt äußerte sich Comedian Oliver Kalkofe zum Verschwinden des Sängers und machte eine deutliche Ansage ans Fernsehgeschäft.

In der Nacht von Montag auf Dienstag hat Comedian und TV-Kritiker Oliver Kalkofedem verschwundenen  Sänger Daniel Küblböck einen Facebook-Post gewidmet. 

“Dieser Selbstmord stimmt mich unendlich traurig. Und wenn ich die unglaublich vielen dummen, abartigen und emotionslosen Witze lese, werde ich wütend“, schreibt Kalkofe auf seiner Facebook-Seite.

Seit vergangenem Sonntag wird Sänger Daniel Küblböck vermisst. Er war privat auf dem Kreuzfahrtschiff “Aidaluna” auf dem Weg von Hamburg nach New York. Die Suche nach dem Sänger wurde mittlerweile eingestellt. Was mit dem 33-Jährigen passierte, ist nach wie vor unklar, es wird jedoch von Selbstmord ausgegangen.

Kalkofe selbst hatte sich über Küblböck lustig gemacht 

Auch Kalkofe hatte sich früher über Küblböck lustig gemacht. Jedoch stellt der Comedian klar: “Nicht über ihn als Person, sondern nur über seine Aktionen und Auftritte – wo er natürlich auch bewusst zu solchen Reaktionen provozierte.”

Der Sänger habe über sich selbst lachen können. Kalkofe hatte damals Küblböcks Film “Daniel, der Zauberer” als schlechtesten Film aller Zeiten in seiner gleichnamigen Sendung stark kritisiert. Gleichzeitig hatte der DSDS-Star auf Twitter mitgefiebert und gezeigt, dass er über die Kritik schmunzeln kann.

Der Comedian zeigt große Sympathien für den ehemaligen DSDS-Kandidaten. Für den Weg, den der Sänger gegangen sein soll, macht er vor allen Dingen die Medien verantwortlich, die er offenbar auch als Ursache für Küblböcks verhalten sieht.

Kalkofe: “Warum all die Wut und all der Hass, weil jemand anders ist?”

Kalkofe betont, dass auch bunte und anders denkende Menschen in die Unterhaltungs-Branche gehören: “Wo wären wir ohne genau diese seltsamen und verrückten Figuren, die uns zumindest Emotionen schenken statt immer gleicher Langeweile?”

Er verstehe nicht, warum es den meisten Menschen in der Gesellschaft schwer falle, Menschen “mit anderem Aussehen, anderer Hautfarbe oder Herkunft als dennoch ebenbürtig zu akzeptieren. Warum all die Wut und all der Hass, weil jemand anders ist?”, fragt Kalkofe. 

Der Comedian ist sich sicher: Daniel Küblböcks Handlungen seien die Auswirkungen der Casting-Shows und des “immer seelenloser werdenden Fernsehens.“

“Doch niemand hilft den jungen Kurzzeit-Celebrities damit umzugehen, die Sender und Redaktionen machen sie zu Helden, Witzfiguren oder quotensteigernden Hassobjekten - letztlich aber zu Opfern. 
Kaum einer, der unbeschadet aus der Superstar-Topmodel-SonstwasSuch-Mühle herauskommt.”

Am Ende seines Posts verabschiedete sich Kalkofe bei Daniel Küblböck und schrieb, er sei dankbar, dass er diese Welt etwas bunter und vielfältiger gemacht habe: “Danke für alles – und verzeih denen, die zu dumm oder empathielos sind und waren, auch mit dir statt nur über dich lachen zu können. Ruhe in Frieden.“

(ame)