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10/09/2018 10:53 CEST | Aktualisiert 10/09/2018 13:31 CEST

Daniel Küblböck: In einem Facebook-Post spricht er von Mobbing

Daniel Küblböck: "Ich muss diesen Schmerz erst noch verkraften."

  • Daniel Küblböck gilt seit Sonntag als vermisst.
  • In seinem letzten bekannten Facebook-Post spricht er offen über Mobbing. 

Daniel Küblböck ist den meisten wohl primär als gut gelaunter Musiker bekannt. Im Jahr 2002 wirkte er bei der ersten Staffel der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” mit und war seitdem als Sänger, Schauspieler, Entertainer und Solaranlagen-Investor mal mehr, mal weniger in den Medien präsent. 

Am Sonntag verschwand der 33-Jährige auf der Fahrt eines “Aidaluna”-Kreuzfahrtschiffes auf dem Weg von Hamburg nach New York.

Die Suche nach Küblböck laufe derzeit eingeschränkt weiter, wie die “Bild”-Zeitung berichtete.

Nach seiner Teilnahme bei dem RTL Format “Let’s Dance” besuchte Küblböck seit dem Jahr 2015 eine Schauspielschule in Berlin.

Küblböck schrieb offen über Mobbing an Schauspielschule

► In seinem letzten Facebook-Post vor seinem Verschwinden wandte sich der Sänger an seine Fans und berichtete, dass er dort unter Mobbing litt. 

Im August entschuldigte er sich bei seinen Fans für die Absage eines Konzertes, da er, laut eigener Aussage, dazu weder psychisch noch physisch in der Lage gewesen sei. In dem Post an seinen Fanclub schreibt er:

“Liebe Fans, leider geht es mir psychisch und physisch immer noch nicht besser. Ich muss diesen Schmerz der letzten Monate erst noch verkraften. Dieses monatelange Mobben an meiner Schule, in meiner Klasse, hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert.”

Dozentin habe den Vorfall ignoriert

Weiter erzählte er, dass er wochenlang auf hohen Hacken über Steine laufen musste und sogar seine Bühnengarderobe zerschnitten worden sei. Seine Dozentin habe dabei nicht eingegriffen.

► “Sie hat das alles stillschweigend hingenommen. Diese Sache finde ich am traurigsten.” 

Letztlich wurde Küblböck dann verboten, an der Endaufführung der Schauspielschule teilzunehmen, was der 33-Jährige in seinem Post als “Hammerschlag” bezeichnete. 

Abschließend schrieb der Sänger: “Trotzdem glaube ich an das Gute im Menschen und hoffe, dass das Mobbing an deutschen Schulen irgendwann ein Ende hat. Denn Schulen sollten nicht grau, sondern bunt sein.

Der Post wurde mittlerweile von der Seite des Fanclubs entfernt. 

Update (10. September, 13:24): Mittlerweile gab die Schauspielschule auf Facebook ein öffentliches Statement zu den Mobbing-Vorwürfen. Dort ist zu lesen: “Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck. Die ETI Schauspielschule Berlin möchte zum Schutz der Privatsphäre von Daniel zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den im Internet kusierenden Gerüchten tätigen. Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und Fans.”

Hinweis der Redaktion: Wenn du das Gefühl hast, dein Leben macht keinen Sinn mehr, wende dich bitte an die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. 

Beim Jugendinformationszentrum München findest du zudem persönliche und telefonische Beratung für Kinder und Jugendliche. Telefonnummer: 089 550 521 50 (Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 13 – 18 Uhr).

(nmi)