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24/09/2018 12:30 CEST | Aktualisiert 24/09/2018 14:28 CEST

Hund erkrankt an Hirntumor – Forschern gelingt medizinischer Durchbruch

70 Prozent des Dackelschädels wurden entfernt und durch eine künstliche Platte aus Titanium ersetzt.

  • Kanadischen Forschern ist ein medizinischer Durchbruch bei der Tumorbehandlung gelungen. 
  • Mit Hilfe eines 3D-Druckers ersetzten die Ärzte den Schädel einer krebskranken Dackeldame. 

Wenn das Haustier erkrankt, ist das für Tierhalter meist ein großer Schicksalsschlag. Viele würden nichts unversucht lassen, damit ihr Liebling wieder gesund wird.

► Für eine Hundebesitzerin aus Kanada hat sich diese Hingabe nun ausgezahlt; ihre Dackelhündin“Patches” hat sogar medizinische Geschichte geschrieben.

Das Tier litt unter einem orangengroßen, tödlichen Tumor, der sich durch ihren Schädel fraß – ein Anblick, der wohl nicht nur für “Patches” Besitzerin Danielle Dymack schwer zu ertragen war.   

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"Patches" vor der OP mit Tumor. 

Dackelhündin ermöglicht Durchbruch in der Krebsbehandlung

Ein Tierarzt verwies “Patches” an das tiermedizinische Forschungsteam der Universität von Ontario unter der Führung von Michelle Oblak. Die Wissenschaftler der Universität arbeiteten schon länger an einem medizinischen Operationsverfahren für Hunde, indem ein 3D-Drucker eingesetzt werden sollte.

Die Prozedur war unter diesen Größenverhältnissen jedoch noch nieauf der Welt durchgeführt worden, machte Oblak zuvor deutlich. 

Nach langem Überlegen stimmte Dymack der Operation schließlich zu, um möglicherweise auch Erkenntnisse für die menschliche Krebsforschung fördern zu können.

Kompliziertes Verfahren   

Zunächst wurden “Patches”′ Schädel und Tumor mit einem Computertomographen aufgenommen. 

Anschließend wurden mit verschiedenen Softwares die befallenen Teile des Schädels digital herausgeschnitten. Entsprechend des Ergebnisses auf dem Bildschirm erstellte ein 3D-Drucker darauf einen passenden Ersatzschädel aus Titanium für die entfernten Bereiche. 

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Die künstiche Schädeldecke aus Titanium. 

Sehr vorsichtig und genau setzte ein Team aus Veterinärchirurgen dann die künstliche Schädeldecke in “Patches”′ Kopf ein. Zuvor waren erfolgreich 70 Prozent des Schädels entfernt worden. 

Der Eingriff erfolgte nahezu problemlos. Dies sei ein gewaltiger Fortschritt in der Tiermedizin, sagte Oblak, der hofft schon bald umfangreiche Forschungsberichte für zukünftige Verfahren veröffentlichen zu können.

Dymack derweil ist glücklich, sich für die Operation entschieden zu haben. “Patches” ist jetzt vom Krebs geheilt und in bester Stimmung.

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Dackeldame "Patches" nach der erfolgreichen Operation. Jetzt ist sie krebsfrei.

Mit Material der Canadian Press.   

(amr)